ADAPTlate / WSG-AM11Rekrutierend

Erweiterte Antihormontherapie mit Zusatz von Abemaciclib (Medikament zur Hemmung des Zellwachstums) im Vergleich zur alleinigen Antihormontherapie bei hohem Rückfallrisiko

Geschlecht
Frauen
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Erstlinie
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

Bei Brustkrebspatient*innen mit einem hohem Rückfallrisiko (Rezidiv) ist nach Abschluss der ersten Therapiephase inklusive Operation eine weitere Behandlungsphase (Adjuvanz) von großer Bedeutung. Bei Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs erfolgt bisher standardmäßig eine Antihormontherapie. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Kombination mit einem CDK4/6-Hemmer, einer neuen Medikamentengruppe, zusätzlich effektiv ist. Abemaciclib (CDK4/6-Hemmer) ist daher bereits zugelassen. Ziel der ADAPTlate-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Abemaciclib in Kombination mit einer Antihormontherapie im Vergleich zur alleinigen Antihormontherapie zu untersuchen, wenn diese bereits läuft oder sogar abgeschlossen ist. Patient*innen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom im lokal begrenzten Stadium und hohem Rückfallrisiko, deren Erstdiagnose maximal 2-6 Jahre zurückliegt, können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Brustkrebs

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: lokal begrenzt, Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, Hochrisiko; abgeschlossene definitive lokoregionale Therapie (mit oder ohne neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie)

Zuteilung

Randomisierung

Behandlung

ca. 104 Wochen
Abemaciclib + AntihormontherapieAbemaciclib 150 mg zweimal täglich als Tablette über 104 Wochen, Schema der Antihormontherapie wird von den behandelnden Ärzt*innen gewählt (5-7Jahre)
AntihormontherapieSchema wird von den behandelnden Ärzt*innen gewählt (5-7 Jahre)

Nachbeobachtung

72 Monate

Ausführliche Beschreibung

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes, bei der eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen der Brustdrüse vorliegt. Im frühen Stadium ist die Erkrankung auf die Brust beschränkt. Bei Fortschreiten der Erkrankung kommt es häufig zum Befall von Lymphknoten und zur Bildung von Absiedelungen (Metastasen) im Körper (Knochen/Organe). Dann spricht man von einer metastasierten Erkrankung, dies entspricht dem Stadium 4.

Die Therapie der Erkrankung ist von zahlreichen Faktoren abhängig, z.B. dem Allgemeinzustand der Person, dem Stadium der Erkrankung, der Wachstumsrate des Tumors (Ki-67-Index), nachweisbaren Hormonrezeptoren auf der Oberfläche der Krebszellen (Östrogenrezeptor-, Progesteronrezeptor-positiv) und dem vermehrten Auftreten von HER2-Rezeptoren auf den Zellen (HER2-positiv). Häufig haben die Krebszellen Hormonrezeptoren, so dass eine Antihormontherapie ein Kernelement der Behandlung darstellt. Da im Verlauf der Erkrankung die Wirksamkeit der Antihormontherapie nachlassen kann durch Veränderungen der Tumorzellen (Resistenzbildung), wird die Antihormontherapie mittlerweile häufig direkt mit einem CDK4/6- Hemmer kombiniert. Hierbei handelt es sich um eine relativ neue Wirkstoffgruppe, die das Wachstum der bösartigen Zellen zusätzlich bremsen kann. Bereits zugelassen ist hierfür Abemaciclib, das sich in Studien als sehr effektiv erwiesen hat. Bisher nicht untersucht ist die Frage, ob bei Patient*innen, die bisher nur eine Antihormontherapie hatten, die zusätzliche Gabe von Abemaciclib auch dann effektiv ist, wenn die Kombinationstherapie nicht direkt zu Beginn gegeben wird, sondern erst im Verlauf begonnen wird oder sogar, wenn die reguläre Antihormontherapie beendet werden soll.

Ziel der ADAPTlate-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit einer erweiterten (adjuvanten) Therapie von Abemaciclib in Verbindung mit einer Antihormontherapie im Vergleich zur alleinigen Standard-Antihormontherapie zu untersuchen. Die Teilnehmerinnen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in 2 Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 (Studienarm) erhält nach der Erstbehandlung eine endokrine Therapie (wird vom behandelnden Arzt/Ärztin ausgewählt) + 150 mg Abemaciclib zweimal pro Tag in Tablettenform für 24 Monate. Gruppe 2 (Kontrollarm) erhält nach der Erstbehandlung eine standardmäßige antihormonelle Therapie entsprechend den aktuellen Leitlinien. Die Studie ist nicht verblindet, d.h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Die Behandlungen und Nachuntersuchungen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu 6 Jahre, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch die verschiedenen Medikamente untersucht werden. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie erneut auftritt.

Patientinnen ab 18 Jahren vor oder nach der Menopause mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom im lokal begrenzten Stadium können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung muss als Hochrisiko klassifiziert sein und es muss bereits eine Operation, Strahlen- oder Chemotherapie erfolgt sein. Es dürfen keine Metastasen vorliegen. Erneute Krankheitsaktivität (Rezidiv) ist kein Kriterium, um nicht an der Studie teilnehmen zu können, allerdings muss dieses in der Brust selbst sein und nicht an anderer Stelle.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom)
  2. Krebs-Merkmale: Lokal begrenztes Stadium, Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, Hochrisiko, vorbehandelt (z.B. Strahlentherapie, Chemotherapie, Operation, Antihormontherapie)
  3. Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit einer erweiterten adjuvanten Therapie mit Abemaciclib (später Einsatz 2-6 Jahre nach Diagnose) zu einer antihormonellen Therapie im Vergleich zur alleinigen Antihormontherapie
  4. Ziel der Studie: Prüfung, ob die Kombination die Chance im Vergleich zur bisherigen Standard-Antihormontherapie erhöht, krankheitsfrei zu bleiben
  5. Wie lange dauert die Studie: bis zu ca. 6 Jahre
  6. Studienmerkmale: Phase-3, randomisiert, nicht verblindet

Studienzentren

104 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Marienhospital Aachen GmbH

    Zeise 4, 52066 Aachen

    Status unbekannt
  • Stiftung Katholisches BrustCentrum Marienhospital

    52066 Aachen

    Status unbekannt
  • Universitätsklinikum Aachen AöR

    Pauwelsstrasse 30, 52074 Aachen

    Aktiv, nicht rekrutierend
  • Haematologie-Onkologie im Zentrum MVZ GmbH

    Halderstrasse 29, 86150 Augsburg

    Status unbekannt
  • Klinikum Mittelbaden Baden-Baden Bühl

    Balger Str. 50, 76532 Baden-Baden

    Status unbekannt
  • Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach gGmbH

    Ferrenbergstrasse 24, 51465 Bergisch Gladbach

    Status unbekannt

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04565054) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.