B-NHL 2013Rekrutierend

Eine Studie zum Behandlungsprotokoll der NHL-BFM und der NOPHO Studien GruppenT für Reifes B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom und Burkitt-Leukämie bei Kindern und Jugendlichen (B-NHL 2013)

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
0–18 Jahre
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Erstlinie
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

Lymphome und Leukämien sind bösartige Erkrankungen der Blutzellen, die sich in ihrer Ausprägung und Prognose sehr unterscheiden. Die aggressiven Unterformen breiten sich schnell aus und bedürfen meist einer raschen Therapie, zumeist als Kombination aus einer Chemotherapie und einem Antikörper. Ziel der B-NHL 2013-Studie ist es, die Wirksamkeit des Antikörpers Rituximab zusätzlich zur Standardchemotherapie bei aggressiven reifen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen (B-NHL) und Burkitt-Leukämie (B-AL) zu untersuchen und mit der aktuell eingesetzten Behandlung zu vergleichen. An der Studie können Patient*innen teilnehmen, die neu mit diesen Erkrankungen diagnostiziert wurden und unter 18 Jahre alt sind.

Ausführliche Beschreibung

Aggressive B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome (B-NHL) und die Burkitt-Leukämie (B-AL) sind aggressive Krebserkrankungen, die aus den B-Zellen des Immunsystems entstehen. B-Zellen gehören zu den Lymphozyten, einer Art von weißen Blutkörperchen, und sind normalerweise für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Diese Krankheiten betreffen hauptsächlich das lymphatische System und führen meist zu vergrößerten Lymphknoten und einer B-Symptomatik wie Abgeschlagenheit und Fieber. Zu den aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen gehören unter anderem das Burkitt-Lymphom inklusive der Burkitt-Leukämie und das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL).

Meistens werden diese aggressiven Lymphomarten mit einer kombinierten intensiven Chemotherapie behandelt, die Wahl der Medikamente erfolgt je nach Krankheitsstadium. Das Studienmedikament Rituximab ist ein Antikörper, der gezielt an ein Oberflächenprotein (CD20) der B-Zellen bindet und deren Zerstörung durch das Immunsystem auslöst. Rituximab ist seit Langem fester Bestandteil der B-Zell-Lymphomtherapie und somit zugelassen. Die B-NHL 2013-Studie untersucht die Rolle von Rituximab bei verschiedenen Stadien eines aggressiven reifen B-NHL mit Blick darauf, ob in gewissen Stadien durch die Hilfe des gut verträglichen Antikörpers Rituximab eine weniger intensive Chemotherapie eingesetzt werden könnte. Insgesamt gibt es 5 Studienarme mit unterschiedlicher Krankheitsausprägung, die Zuteilung erfolgt zwischen Studienarm 2 und 3 bzw. 4 und 5 zufällig (randomisiert) und offen, sodass alle über die Zuteilung Bescheid wissen. Bei allen Gruppen wird vor allem die Zeit ohne Krankheitsereignis (EFS) beobachtet, ein Ereignis beschreibt zum Beispiel das Fortschreiten der Erkrankung. Dazu werden die Teilnehmer*innen bis maximal 7 Jahre nach Studienstart regelmäßig untersucht. Bei sehr begrenzter Krankheit (R1/R2 Stadium I+II) wird betrachtet, ob der Ersatz von Anthracyclinen durch Rituximab die Überlebensraten ohne Krankheitsereignisse (EFS) verändert. Dazu erhält eine Studiengruppe die hier implizierte Standardchemotherapie (Cyclophosphamid, Cytarabin, Dexamethason, Etoposid, Ifosfamid, Methotrexat, Prednisolon, Vincristin) und statt den normalerweise eingesetzten Anthracyclinen eine Dosis Rituximab 5 Tage vor Beginn der Chemotherapie. Bei begrenzter Krankheit (R2 Stadium III) wird untersucht, ob das Hinzufügen von Rituximab zur Standardchemotherapie die EFS verbessert. Es gibt 2 Studienarme, die eine (Studienarm 2) erhält die Standardchemotherapie (s.o. + Doxorubicinhydrochlorid + Vindesinsulfat) und die andere (Studienarm 3) erhält zusätzlich 5 Tage vor Beginn der Behandlung eine Rituximabdosis. Bei fortgeschrittener Erkrankung (R3/R4) vergleicht die Studie die Wirksamkeit bei Patient*innen, die entweder eine Einzeldosis (Studienarm 4: 5 Tage vor Beginn der Therapie) oder sieben Dosen Rituximab (Studienarm 5) zusätzlich zur Standardchemotherapie (s.o.) erhalten.

Teilnehmen dürfen alle Personen unter 18 Jahren, die neu an einem aggressiven reifen B-Zell-NHL oder einer B-AL erkrankt sind. Die Krebserkrankung muss durch histologische, zytologische und immunologische Tests bestätigt sein und darf noch nicht vorher behandelt worden sein.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Reifes B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom (B-NHL: DLBCL, Burkitt-Lymphom) und Burkitt-Leukämie (B-AL)
  2. Krebs-Merkmale: Neu diagnostiziert, aggressiv, Patienten unter 18 Jahren, unbehandelt
  3. Was untersucht die Studie:
  4. Ziel der Studie: Gibt es eine Verbesserung der Überlebensraten ohne Ereignisse (EFS) durch die Gabe von Rituximab bei reifen B-NHL im Vergleich zur Standardchemotherapie.
  5. Wie lange dauert die Studie: Beobachtungszeitraum bis maximal 7 Jahre nach Studienstart.
  6. Studienmerkmale: Mehrarmige (5 Studienarme), nicht verblindete (offen), randomisierte (zufällig) Phase-3-Studie

Studienzentren

62 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Aachen AöR

    Aachen

    Aktiv, nicht rekrutierend
  • Universitätsklinikum Augsburg

    Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg

    Aktiv, nicht rekrutierend
  • Charité Campus Virchow-Klinikum, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Abt. Hämatologie / Onkologie

    13353 Berg

    Status unbekannt
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Berlin

    Rekrutierend
  • Helios Klinikum Berlin-Buch GmbH

    Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

    Status unbekannt
  • Evangelisches Klinikum Bethel gGmbH

    Kantensiek 11, 33617 Bielefeld

    Status unbekannt

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT03206671) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.