Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit einer neuen radioaktiven Therapie (177Lu-rhPSMA-10.1) bei fortgeschrittenem Prostatakrebs
- Geschlecht
- Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- Phase I/II
Worum geht es in dieser Studie?
Für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), einer fortgeschrittenen Form des Prostatakrebses, die trotz Antihormontherapie weiter fortschreitet, besteht ein hoher Bedarf an neuen, wirksamen Behandlungsstrategien. Eine vielversprechende Entwicklung ist die zielgerichtete Radioligandentherapie, die Tumorzellen, welche das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) auf ihrer Oberfläche tragen, spezifisch und präzise durch Strahlung schädigt. Ziel der BET-PSMA-121-Studie ist es, die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des neuen Radiopharmazeutikums 177Lu-rhPSMA-10.1 zu untersuchen. Teilnehmen können Männer ab 18 Jahren mit PSMA-positivem mCRPC nach Versagen vorheriger Therapien.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Prostatakrebs
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs (mCRPC), PSMA-positiv, fortschreitend trotz vorheriger Therapien
Zuteilung
Sequenzielle Zuweisung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Prostatakrebs
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs (mCRPC), PSMA-positiv, fortschreitend trotz vorheriger Therapien
Sequenzielle Zuweisung
Ausführliche Beschreibung
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) stellt dabei eine fortgeschrittene Form dar, bei der sich der Krebs bereits in andere Organe ausgebreitet und Tumorabsiedlungen (Metastasen) gebildet hat. Kastrationsresistent heißt, dass der Tumor nicht mehr auf Behandlungen anspricht, die den Testosteronspiegel senken (Antihormontherapien). Viele Prostatakrebszellen tragen auf ihrer Oberfläche ein spezielles Protein, das Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen (PSMA). Dieses Merkmal nutzen moderne Therapien, um Krebszellen gezielt zu finden und zu bekämpfen. In dieser Studie wird die zielgerichtete Radioligandentherapie mit dem Prüfpräparat 177Lu-rhPSMA-10.1 untersucht, einem Wirkstoffkomplex aus einem Liganden und einem radioaktiven Isotop, das über die Vene verabreicht wird. Das Präparat besteht aus einem Liganden (Molekül), das gezielt an PSMA andockt, und welches mit dem radioaktiven Stoff Lutetium-177 verbunden ist. Nach der Injektion in die Blutbahn bindet der Ligand an die PSMA-tragenden Krebszellen und gibt durch den an ihn gebundenen radiokativen Stoff gezielt Strahlung in die Umgebung ab, um diese Zellen zu zerstören, während gesundes Gewebe weitgehend geschont werden soll.
Ziel der Phase-1- und Phase-2-Studie ist es, das Medikament 177Lu-rhPSMA-10.1 hinsichtlich der Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit bei der Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakrebses (mCRPC) zu untersuchen. Vor der Behandlung wird mit einer speziellen Bildgebung (PSMA PET/CT) geprüft, ob die Tumorzellen tatsächlich PSMA tragen. Nur wenn dies der Fall ist, kommt eine Teilnahme infrage. Die Studie gliedert sich in zwei Phasen: In Phase 1 wird die Sicherheit und die optimale Dosis des Medikaments bei einer kleinen Gruppe von Patienten geprüft, die bereits mit modernen Antihormontherapien (wie Abirateron oder Enzalutamid) und einer oder zwei Chemotherapien (Taxane) behandelt wurden, der Krebs aber weitergewachsen ist. Dafür werden die Patienten einer von zwei Gruppen zugeteilt, in der verschiedene Dosierungen des Präparats getestet werden (5.55 vs. 7.4 GBq). Die Patienten erhalten dabei das jeweilige Medikament für maximal drei Zyklen über die Vene. In Phase 2 wird die Wirksamkeit und Sicherheit des Präparats bei einer größeren Gruppe weiter untersucht. Hier werden verschiedene Dosierungsschemata, basierend auf den Daten aus Phase 1, verglichen. Teilnehmen können Patienten, die ebenfalls bereits Antihormontherapien, aber noch keine Chemotherapie zur Behandlung des Prostatakrebses erhalten haben. In Kohorte 2A erhalten die Patienten zunächst zwei Dosen mit einer Aktivität von jeweils 10,00 GBq. Darauf folgen bis zu fünf zusätzlichen Dosen mit einer Aktivität von jeweils 7,40 GBq in sechswöchigen Intervallen. Die Patienten der Kohorte 2B erhalten bis zu acht Dosen mit einer Aktivität von jeweils 7,40 GBq. Der Behandlungsplan unterscheidet sich hier durch kürzere Intervalle zu Beginn: Die ersten drei Dosen werden in dreiwöchigen Intervallen verabreicht, während die restlichen Dosen in sechswöchigen Intervallen folgen. Kohorte 2C, welche optional eröffnet wird, sieht einen Behandlungsplan mit der höchsten Anfangsdosierung vor. Die Patienten erhalten hierbei zunächst zwei Dosen mit einer Aktivität von jeweils 14,80 GBq. Daran schließen sich bis zu vier zusätzlichen Dosen mit einer Aktivität von jeweils 7,40 GBq an. Auch in dieser Kohorte werden alle Dosen in sechswöchigen Intervallen gegeben. Die Patienten werden regelmäßig untersucht, um Nebenwirkungen zu überwachen und den Behandlungserfolg (z.B. durch Messung des PSA-Wertes) zu kontrollieren.
Teilnehmen können Männer ab 18 Jahren mit mCRPC, deren Testosteronspiegel durch Kastration (medikamentös oder operativ) dauerhaft niedrig ist. Der Krebs muss fortschreiten, und es dürfen keine schweren anderen Erkrankungen (z.B. schwere Nierenprobleme oder andere Krebserkrankungen) vorliegen. Zudem darf der Tumor nicht in das zentrale Nervensystem gestreut haben. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass der Tumor PSMA-positiv ist und keine größere Tumoranteile ohne PSMA vorhanden sind.
Fakten
- Welche Erkrankung: metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom (mCRPC)
- Krebs-Merkmale: fortschreitend nach Vortherapie (Antihormontherapie, ggf. Chemotherapie), PSMA-positiv
- Was untersucht die Studie: Sicherheit, Verträglichkeit, Strahlendosis und Anti-Tumor-Wirkung von 177Lu-rhPSMA-10.1
- Ziel der Studie: Bestimmung der optimalen Dosis und Prüfung, ob das Medikament das Tumorwachstum hemmen kann (gemessen u.a. am PSA-Wert)
- Wie lange dauert die Studie: Behandlung in Zyklen (meist alle 6 Wochen) max. 48 Wochen bei längster Behandlungsgruppe, Nachbeobachtung in 6-12 wöchigen Intervallen bis zum Studienende (ca. 2028)
- Studienmerkmale: Phase 1 (nicht randomisiert) und Phase 2 (randomisiert), offen (nicht verblindet), international, neues Prüfpräparat 177Lu-rhPSMA-10.1 als Radioligandentherapie
Studienzentren
7 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Universitätsklinikum Aachen AöR
Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen
RekrutierendUniversitätsklinikum Augsburg
Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg
RekrutierendUniversitätsklinikum Essen
Hufelandstrasse 55, 45147 Essen
RekrutierendUniversitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg
Baldingerstrasse 1, 35043 Marburg
RekrutierendKlinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Ismaninger Strasse 22, 81675 München
RekrutierendTechnische Universität München
Munich
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05413850) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


