Briga-PEDRekrutierend

Dosisbestimmung von Brigatinib bei Kindern und jungen Erwachsenen mit ALK-positivem anaplastischem großzelligem Lymphom, entzündlichen myofibroblastischen Tumoren oder anderen soliden Tumoren

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
1–25 Jahre
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase I/II

Worum geht es in dieser Studie?

Eine Mutation der anaplastischen Lymphomkinase (ALK) kann zur Entstehung verschiedener Krebserkrankungen beitragen. Dieses Enzym ist der Angriffspunkt des Studienmedikaments Brigatinib, welches bei Erwachsenen zur Behandlung von ALK-Mutation tragenden Lungentumoren zugelassen ist. Ziel der Briga-PED-Studie ist es, zum einen die optimale Dosis bei jungen Erwachsenen und Kindern zu ermitteln, die einen Tumor mit einer ALK-Mutation aufweisen und zum anderen die Wirksamkeit und Sicherheit von Brigatinib bei Kindern mit anaplastischen großzelligen Lymphomen oder mit myofibroblastischen Tumoren, die jeweils eine ALK-Mutation tragen, zu untersuchen. Kinder und junge Erwachsene zwischen 1 und 25 Jahren mit anaplastischem großzelligem Lymphom, entzündlichen myofibroblastischen Tumoren oder anderen soliden Tumoren können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung muss ALK-positiv sein.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: anaplastisches großzelliges Lymphom (ALCL), entzündliche myofibroblastische Tumore (IMT) oder andere solide Tumore

Alter: 1–25 Jahre

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: ALK-positiv

Zuteilung

Stratifizierung anhand von Markern

Behandlung

Brigatinibschrittweise Dosiserhöhung zur Bestimmung der optimalen Dosis für Phase-2
Brigatiniboptimale Dosis aus Phase 1 für IMT-Patient*innen ohne Stammzelltransplantation in Konsolidationsphase
Brigatiniboptimale Dosis aus Phase 1 für ALCL-Patient*innen ohne Stammzelltransplantation in der Konsolidationsphase

Nachbeobachtung

24 Monate

Ausführliche Beschreibung

Die anaplastische Lymphomkinase (ALK) ist ein Enzym, welches eine wichtige Rolle im Zellzyklus einnimmt. Eine Veränderung (Mutation) im ALK-Gen führt zu einer Überaktivität des Enzyms, welches dazu beitragen kann, dass sich Zellen fälschlicherweise unkontrolliert vermehren und verschiedene Krebserkrankungen entstehen, wie z.B. das anaplastische großzellige Lymphom (ALCL), entzündliche myofibroblastische Tumoren (IMT) oder andere solide Tumoren. Beim ALCL sind T-Lymphozyten betroffen, eine Art von weißen Blutkörperchen, die Teil des Immunsystems sind. Beim IMT vermehren sich Myofibroblasten unkontrolliert. Myofibroblasten besitzen Eigenschaften von Muskel- und Bindegewebszellen und spielen unter anderem eine Rolle bei der Wundheilung. Ist die ALK-Genmutation in den Krebszellen nachweisbar, spricht man von ALK-positiven Erkrankungen. Das Studienmedikament Brigatinib ist ein Hemmstoff, der sich speziell gegen die Aktivität der ALK richtet. Durch diese zielgerichtete Therapie soll das unkontrollierte Wachstum der Krebszellen gestoppt werden. Das Medikament ist bereits für die Behandlung von Erwachsenen mit einem nach Erstbehandlung wiederkehrenden (rezidivierten) ALK-positiven Lungenkrebs (NSCLC) zugelassen. Für die Behandlung bei Kindern darf das Medikament bisher jedoch nur im Rahmen von Studien angewendet werden. Grundsätzlich sind bei Kindern aber auch bereits Medikamente, die sich gegen die ALK-Mutation richten, zugelassen.

Ziel der vorliegenden Phase-1/2-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit Brigatinib zu untersuchen. Hierfür ist die Studie in zwei Phasen aufgeteilt. In Phase-1 erhalten die Patient*innen eine Einzeltherapie mit Brigatinib und es soll eine Empfehlungsdosis ermittelt werden. Hierbei wird die Dosis des Medikaments nach einem genauen Schema gesteigert und die Wirksamkeit und das Auftreten von Nebenwirkungen bewertet. In Phase-2 werden zusätzliche Patient*innen eingeschlossen, die eine Einzeltherapie mit Brigatinib in der zuvor bestimmten „optimalen“ Dosierung erhalten. In dieser Phase werden die Patient*innen anhand ihrer Erkrankung in Gruppen aufgeteilt. Die Studie ist nicht verblindet, d.h. ärztliches Personal und Patient*innen wissen, welches Medikament eingenommen wird. Die Behandlungen und Nachuntersuchungen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu 2 Jahre, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen untersucht werden.

Kinder und junge Erwachsene zwischen 1 und 25 Jahren mit ALK-positivem anaplastischem großzelligem Lymphom, entzündlichen myofibroblastischen Tumoren oder anderen soliden Tumoren, die eine ALK-Mutation aufweisen, können an dieser Studie teilnehmen. In Phase 2 der Studie werden nur Patient*innen mit ALK-Mutation tragendem ALCL oder IMT untersucht. Die Erkrankung muss vorbehandelt sein und darunter eine erneute Krankheitszunahme (Rezidiv) aufweisen bzw. nicht kontrollierbar (refraktär) sein. Es darf vor Studienbeginn keine Vortherapie mit Brigantinib erfolgt sein, Vortherapien mit einem anderen ALK-Hemmer sind erlaubt.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: anaplastisches großzelliges Lymphom (ALCL), entzündliche myofibroblastische Tumoren (IMT) oder andere solide Tumoren mit ALK-Mutation
  2. Krebs-Merkmale: ALK-positiv, erneute Krankheitszunahme (Rezidiv) oder nicht kontrollierbar (refraktär)
  3. Was untersucht die Studie: Bewertung der Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Brigatinib
  4. Ziel der Studie: Bestimmung der optimalen Dosis von Brigatinib als Einzeltherapie bei ALK-positiven Tumoren und Bestimmung der Wirksamkeit bei ALK-positiven IMT und ALCL
  5. Wie lange dauert die Studie: bis zu ca. 2 Jahre
  6. Studienmerkmale: Phase-1/2, nicht verblindet

Studienzentren

7 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Augsburg

    Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg

    Rekrutierend
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Berlin

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Essen

    Hufelandstrasse 55, 45147 Essen

    In Vorbereitung
  • Universitätsklinikum Frankfurt

    Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main

    Status unbekannt
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

    Martinistrasse 52, 20246 Hamburg

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Köln (AöR)

    Köln

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04925609) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.