Neue CAR-T-Zelltherapie bei vorbehandeltem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) oder Multiplem Myelom
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase I
Worum geht es in dieser Studie?
Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) und das multiple Myelom (MM) sind bösartige Erkrankungen des Lymphsystems, welche trotz Standardtherapie wiederkehren (Rezidiv) oder nicht mehr auf die Behandlung ansprechen (refraktär) können. In dieser Situation könnte eine neue Therapieform mit sogenannten CAR-T-Zellen eine wirksame Behandlungsoption sein. Das Ziel der CARLOTTA01-Studie ist es, die Sicherheit und die maximal verträgliche Dosis eines neuen CAR-T-Zell-Medikaments (Bezeichnung: MDC-CAR-BCMA001) zu untersuchen. An der Studie können Patient*innen ab 18 Jahren mit refraktärem oder rezidiviertem DLBCL oder MM teilnehmen. Es darf keine Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS) vorliegen.
Ausführliche Beschreibung
Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist eine Form des Non-Hodgkin-Lymphoms und betrifft sogenannte B-Lymphozyten – eine Untergruppe der weißen Blutzellen, die eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen. Beim DLBCL kommt es häufig zu einer raschen Vergrößerung der Lymphknoten, oft auch mit Beteiligung anderer Organe außerhalb der Lymphknoten. Typische Beschwerden sind Fieber, Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust. Das multiple Myelom (MM) ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen im Knochenmark – auch diese gehören zur Gruppe der B-Lymphozyten. Da sich das Myelom im Knochenmark ausbreitet, klagen Betroffene häufig über Knochenschmerzen. Die genauen Ursachen beider Erkrankungen sind bislang nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Veränderungen im Erbgut sowie Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Während beim DLBCL durch eine intensive Immunchemotherapie in vielen Fällen eine Heilung erreicht werden kann, ist dies beim MM nur sehr selten möglich. Das Myelom lässt sich aber in der Regel gut behandeln, so dass die Krankheit über lange Zeit inaktiv bleiben kann. Trotzdem können sowohl DLBCL als auch MM im Laufe der Zeit wiederkehren (Rezidiv) oder eine Resistenz gegenüber bisherigen Therapien (refraktär) entwickeln. Zuletzt wurde für beide Erkrankungen eine neue Therapieform – eine Behandlung mit CAR-T-Zellen, erprobt. Mehrere CAR-T-Zell-Medikamente sind inzwischen dafür zugelassen. CAR-T-Zellen sind Zellen des körpereigenen Immunsystems (T-Lymphozyten), die der Patient*in zunächst entnommen und anschließend so verändert werden, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und bekämpfen können.
Das Ziel der CARLOTTA01-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit einer neu entwickelten, bislang nicht zugelassenen CAR-T-Zelltherapie zu untersuchen. Das entsprechende Medikament hat die Bezeichnung: MDC-CAR-BCMA001. Die in der CARLOTTA01-Studie untersuchten CAR-T-Zellen richten sich gezielt gegen BCMA, ein Eiweiß (Protein), das auf der Oberfläche von Krebszellen vorkommt und von den veränderten CAR-T-Zellen erkannt wird. Diese werden einmalig als Infusion über die Vene verabreicht, die Dosierungen unterscheiden sich je nach Dosierungsgruppe. Insgesamt werden vier unterschiedliche Dosierungen getestet. Jeder Patient*in erhält die CAR-T-Zellen einmalig. Alle Studienpersonen erhalten diese Therapie, d.h. es gibt nur einen Studienarm und keine Kontrollgruppe. Sowohl die Patient*innen als auch die behandelnden Ärzt*innen wissen, dass die Behandlung erfolgt (offen). Es handelt sich um eine so genannte Phase-1-Studie, deren Ziel es ist, die optimal wirksame und gleichzeitig verträgliche Dosis zu bestimmen – unter besonderer Berücksichtigung von Nebenwirkungen und Ansprechen auf die Therapie. Dazu werden die Patient*innen für bis zu 24 Monate nach Behandlung, hinsichtlich der Wirksamkeit der Therapie und dem Auftreten von Nebenwirkungen durch das Medikament untersucht. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie wieder fortschreitet.
Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit therapieresistentem oder rückfälligem multiplem Myelom (MM) oder diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL). Die Patient*innen müssen bereits mindestens zwei Therapielinien (MM) erhalten haben bzw. es darf keine weitere Standardtherapie mehr verfügbar sein (DLBCL). Voraussetzungen sind ein stabiler Allgemeinzustand sowie ausreichende Organfunktionen. Ausgeschlossen sind Patient*innen mit Beteiligung des zentralen Nervensystems oder gleichzeitiger Teilnahme an anderen Studien. Eine bereits laufende immunsuppressive Therapie führt ebenfalls zum Ausschluss.
Fakten
- Welche Erkrankung: Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL), multiples Myelom (MM).
- Krebs-Merkmale: Rezidiviert oder refraktär nach Vorbehandlung (mind. 2 Linien bei MM; keine Standardoption mehr bei DLBCL).
- Was untersucht die Studie: Dosierung, Sicherheit und Verträglichkeit der Therapie mit BCMA-gerichteten CAR-T-Zellen.
- Ziel der Studie: Bestimmung der maximal verträglichen Dosis und Sicherheit der BCMA-gerichteten CAR-T-Zelltherapie (Ermittlung der maximal tolerablen Dosis und/oder Phase-2-Dosis)
- Wie lange dauert die Studie: ca. 2 Jahre.
- Studienmerkmale: Phase-1-Studie, ein Studienarm (mit vier Dosisstufen), keine Kontrollgruppe, offen.
Studienzentren
2 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Technische Universität Dresden, NCT/UCC, Early Clinical Trial Unit
01307 Dresden
RekrutierendUniversitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Fetscherstrasse 74, 01307 Dresden
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05836896) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


