CARMANRekrutierend

CAR-T-Zelltherapie als Erstlinientherapie bei Mantelzelllymphom

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
18–75 Jahre
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Erstlinie
Phase
Phase II

Worum geht es in dieser Studie?

Das Mantelzelllymphom (MCL) ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems, die in der Regel mit einer Immunchemotherapie behandelt wird. Eine CAR-T-Zelltherapie – ein neuartiger Therapieansatz – wird bisher nur bei vorbehandeltem MCL eingesetzt. Ziel der CARMAN-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit einer CAR-T-Zelltherapie (KTE-X19) bei noch unbehandelten Patient*innen zu untersuchen. Patient*innen zwischen 18 und 75 Jahren mit Mantelzelllymphom können an dieser Studie teilnehmen, die ein hohes Risikoprofil haben und nicht vorbehandelt sind.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Mantelzell-Lymphom

Alter: 18–75 Jahre

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: Stadium 2-4; Hochrisiko-Merkmale

Zuteilung

Randomisierung

Behandlung

Ibrutinib; Rituximab; R-CHOP; CAR-T-Zelljeweils 2 Zyklen Ibrutinib + Rituximab und Ibrutinb + R-CHOP; im Anschluss CAR-T-Zelltherapie und eine Erhaltungstherapie mit Ibrutinib
R-CHOP + Ibrutinib und R-DHAP; autologe Stammzelltransplantationabwechselnd jeweils 3 Zyklen R-CHOP + Ibrutinib und R-DHAP gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation
Bendamustin; Rutiximab; Ibrutinib; R-CHOP 2 insgesamt 6 Zyklen Bendamustin + Rutiximab + Ibrutinib oder R-CHOP + Ibrutinib; anschließend Erhaltungstherapie (Ibrutinib und Rituximab)

Nachbeobachtung

84 Monate

Ausführliche Beschreibung

Das Mantelzelllymphom (MCL) ist eine bösartige Erkrankung der Lymphozyten, einer Unterform der weißen Blutzellen, die zum Immunsystem gehören; betroffen sind sogenannte B-Lymphozyten. Das MCL wird der Gruppe der sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome zugerechnet und fällt zumeist durch vergrößerte Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und eine erhöhte Anzahl an Lymphozyten im Blut auf. Die Krebszellen können neben den Lymphknoten auch im Knochenmark und beispielsweise im Darm auftreten. Die Ursachen für die Entstehung eines MCL sind bisher nicht vollständig geklärt, jedoch spielen genetische Veränderungen und Umweltfaktoren eine Rolle. Eine Behandlung wird nötig, wenn die Patient*innen Beschwerden entwickeln oder das MCL klar fortschreitend ist. Die Therapie richtet sich dann nach Alter und der körperlichen Verfassung der betroffenen Person. In der Regel erfolgt die Therapie als Kombination aus einer Immuntherapie und einer Chemotherapie, wobei seit einiger Zeit auch Medikamente eingesetzt werden, die zielgerichtet Zellen des MCL angreifen, was mit herkömmlicher Immunchemotherapie nur begrenzt möglich ist.  Ein neuartiger und in vielen Studien als sehr wirkungsvoll getesteter Ansatz ist die Behandlung mit CAR-T-Zellen: Hierbei werden den Patient*innen Immunzellen (T-Zellen) entnommen und künstlich so verändert, dass sie die Tumorzellen erkennen und eliminieren können, sobald die veränderten Zellen den Patient*innen als einmalige Infusion zurückgegeben werden. Beim MCL ist diese Therapieform bisher nur im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Es müssen also bereits andere Therapien erfolgt sein.

Ziel der vorliegenden Phase-2-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der CAR-T-Zelltherapie (KTE-X19) als Erstlinientherapie bei MCL an einer ausgewählten Patient*innen-Gruppe weiterführend zu untersuchen. Die Patient*innen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 wird zunächst mit jeweils zwei Zyklen Ibrutinib + Rituximab und Ibrutinib + R-CHOP vorbehandelt, und im Anschluss erfolgt die CAR-T-Zelltherapie sowie eine Erhaltungstherapie mit Ibrutinib für 6 Monate. In Gruppe 2 (Kontrollgruppe) erhalten die Patient*innen je nach Alter (jünger oder älter als 65 Jahre) eine Standard-Immunchemotherapie. Unabhängig vom Alter erhalten die Patient*innen danach eine 2-jährige Erhaltungstherapie mit Ibrutinib und gegebenenfalls Rituximab. Die Studie ist nicht verblindet (offen), d.h. ärztliches Personal und Patient*innen wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Die Behandlungen im Rahmen der Studie erfolgen für ca. 3 Jahre (Kontrollgruppe), in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch die verschiedenen Medikamente untersucht werden. Die Nachbeobachtung dauert bis zu 7 Jahre.

Patient*innen zwischen 18 und 75 Jahren mit unbehandeltem Mantelzelllymphom können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung muss das Stadium 2-4 aufweisen. Es muss mindestens eines der folgenden Hochrisikomerkmale vorliegen: Entweder ein hohes oder intermediäres Risiko laut MIPI-c-Risikoscore – in Kombination mit einer hohen Zellteilungsrate (Ki-67-Wert von mindestens 30 %), eine Veränderung des TP53-Gens oder eine Überproduktion des TP53-Proteins in mehr als 50 % der Lymphomzellen. Diese Merkmale weisen auf einen besonders aggressiven Krankheitsverlauf hin.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Mantelzelllymphom (MCL) .
  2. Krebs-Merkmale: unbehandelt, Hochrisiko-Merkmale, Stadium 2-4.
  3. Was untersucht die Studie: Bewertung der Wirksamkeit und Nebenwirkungen einer CAR-T-Zelltherapie als Erstlinienbehandlung bei MCL.
  4. Ziel der Studie: Prüfen, ob diese Therapie bessere Ergebnisse als die Standardbehandlung erzielen kann.
  5. Wie lange dauert die Studie: ca. 1 Jahr (CAR-T-Zell Gruppe, Kerntherapie + Erhaltung), ca. 3 Jahre (Kontrollgruppe, Therapie + Erhaltung), Nachbeobachtung bis 7 Jahre.
  6. Studienmerkmale: Phase-2-Studie, randomisiert, nicht verblindet (offen).

Studienzentren

18 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin

    Status unbekannt
  • Helios Klinikum Berlin-Buch GmbH

    Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

    Status unbekannt
  • Universitätsklinikum Düsseldorf

    Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

    In Vorbereitung
  • Universitätsklinikum Essen

    Hufelandstrasse 55, 45147 Essen

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Frankfurt

    Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Freiburg

    79106 Freiburg

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06482684) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.