CEVOLUTIONRekrutierend

Cevostamab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason im Vergleich zur Standardtherapie bei vorbehandeltem multiplem Myelom

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

Das multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen, die nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung erneut auftreten kann (Rezidiv). Ziel der CEVOLUTION-Studie ist es, zu untersuchen, ob eine Behandlung mit Cevostamab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason bei bereits vorbehandeltem multiplem Myelom wirksam und verträglich ist, verglichen mit einer Standardtherapie. Patient*innen ab 18 Jahren mit einem multiplen Myelom, die bereits ein bis drei Vortherapien mit mindestens zwei aufeinanderfolgenden Zyklen eines Anti-CD38-Medikaments oder Lenalidomid erhalten haben, können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Multiples Myelom

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: vorbehandelt (ein bis drei vorangegangene Therapielinien, darunter eine Anti-CD38-Therapie oder Lenalidomid)

Zuteilung

Randomisierung

Behandlung

Cevostamab + Pomalidomid + DexamethasonCevostamab über die Vene in 21-Tage-Zyklen in Zyklus 1 und 28-Tage-Zyklen ab Zyklus 2, Pomalidomid als Tablette in 28-Tage-Zyklen ab Zyklus 2, Dexamethason wird vor der Gabe von Cevostamab eingenommen
Standardtherapie nach ärztlicher WahlMedikamente, die Teil der Therapie sein können umfassen Pomalidomid, Dexamethason, Daratumumab, Elotuzumab und Carfilzomib

Nachbeobachtung

60 Monate

Ausführliche Beschreibung

Das multiple Myelom zählt zu den Non-Hodgkin-Lymphomen und ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen, die aus den B-Lymphozyten, einer Gruppe der weißen Blutkörperchen, hervorgehen. Normalerweise bilden diese Zellen Antikörper, die dem Körper bei der Abwehr von Infektionen helfen. Wenn die Plasmazellen vermehrt sind und bösartig entarten, entstehen Myelomzellen, die sich unkontrolliert im Knochenmark vermehren. Diese Myelomzellen produzieren funktionslose Antikörper (M-Proteine), verdrängen die normale Blutbildung und führen zum Knochenabbau. Die Erkrankung kann deswegen verschiedene Beschwerden verursachen, häufig sind Knochenschmerzen und Knochenbrüche, eine Blutarmut und eine eingeschränkte Nierenfunktion. Patient*innen mit einem multiplen Myelom sind außerdem anfälliger für Infektionen. Das multiple Myelom tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf, die meisten Patient*innen sind bei der Diagnose zwischen 70 und 80 Jahre alt. Kehrt die Erkrankung nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung zurück (Rezidiv), sind im Verlauf häufig mehrere aufeinanderfolgende Behandlungen nötig. Zur Standardtherapie bei bereits behandeltem multiplem Myelom werden unter anderem Antikörper gegen die Oberflächenmerkmale CD38 und SLAMF7 auf den Krebszellen eingesetzt. Dazu gehören die Wirkstoffe Daratumumab, welches gegen CD38 gerichtet ist, und Elotuzumab, welches an das Eiweiß SLAMF7 auf der Oberfläche von Plasmazellen bindet. Ebenfalls eingesetzt werden sogenannte Proteasom-Hemmer wie Carfilzomib. Sie hemmen das Proteasom, einen Eiweißkomplex, der in Körperzellen nicht mehr benötigte Eiweiße abbaut. Wird dieses Abbau gehemmt, sammeln sich die unerwünschten Eiweiße in der Zelle und führen zu deren Zelltod, wodurch das Wachstum der Krebszellen gestört werden soll. Dexamethason ist ein Kortikosteroid, also ein Kortison-ähnlicher Wirkstoff, der beim multiplen Myelom üblicherweise gemeinsam mit anderen Medikamenten gegeben wird und die entarteten Myelomzellen direkt angreift. In dieser Studie werden neuartige Wirkstoffe wie Cevostamab, einem sogenannten bispezifischen Antikörper, der sich gleichzeitig an zwei verschiedene Stellen heften kann, untersucht. Er bindet an das Eiweiß FcRH5 auf der Oberfläche von Myelomzellen und an körpereigene T-Zellen, also Abwehrzellen des Immunsystems, sodass die T-Zellen in unmittelbare Nähe der Krebszellen gebracht werden und diese angreifen können. Pomalidomid gehört zur Gruppe der immunmodulierenden Substanzen (IMiDs), die das Wachstum von Myelomzellen hemmen und zugleich die körpereigene Immunabwehr gegen die Krebszellen anregen sollen.

Ziel dieser Phase-3-Studie ist es, zu untersuchen, ob eine Behandlung mit Cevostamab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason im Vergleich mit einer Standardtherapie bei vorbehandeltem, multiplem Myelom wirksam und verträglich ist. Die Patient*innen werden dafür nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt (randomisiert) und einem von zwei parallel laufenden Gruppen zugeteilt. Im Studienarm wird Cevostamab als Infusion über die Vene (intravenös) zusammen mit Pomalidomid als Tablette gegeben.Dexamethason wird als Tablette oder als Infusion jeweils vor Cevostamab verabreicht wird. Im Kontrollarm erhalten die Patient*innen eine Standardtherapie, die von den Studienärzt*innen aus zugelassenen Kombinationen, zu denen Daratumumab, Elotuzumab oder Carfilzomib (jeweils in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason) gehören, ausgewählt wird. Die Studie ist offen (nicht verblindet), was bedeutet, dass sowohl die Patient*innen als auch die Studienärzt*innen wissen, welche Behandlung verabreicht wird. Die Nachbeobachtungszeit beträgt ca. 5 Jahre.

Teilnehmen können Patient*innen ab 18 Jahren mit einem gesicherten multiplen Myelom, die bereits ein bis drei Vortherapien erhalten haben, darunter eine Behandlung mit einer Anti-CD38-Therapie oder mit Lenalidomid.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: multiples Myelom
  2. Krebsmerkmale: vorbehandelt (ein bis drei vorangegangene Therapielinien, darunter eine Anti-CD38-Therapie oder Lenalidomid), messbare Erkrankung
  3. Was untersucht die Studie: Cevostamab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason im Vergleich zu einer Standardtherapie
  4. Ziel der Studie: zu untersuchen, ob die Kombination aus Cevostamab, Pomalidomid und Dexamethason bei vorbehandeltem multiplem Myelom wirksam und verträglich ist
  5. Studiendauer: ca. 7 Jahre (voraussichtlich 2026 bis 2033)
  6. Studienmerkmale: Phase-3-Studie, nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt (randomisiert), parallele Gruppen, offen (nicht verblindet)

Studienzentren

15 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Augsburg

    Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg

    Aktiv, nicht rekrutierend
  • HELIOS Klinikum Bad Saarow

    Pieskower Strasse 33, 15526 Bad Saarow

    Rekrutierend
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Berlin

    Rekrutierend
  • Vivantes - Netzwerk fuer Gesundheit GmbH

    Dieffenbachstrasse 1/1, 10967 Berlin

    Status unbekannt
  • Vivantes Klinikum Am Urban Klinik für Innere Medizin Hämatologie und Onkologie

    10967 Berlin

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Bonn

    Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn

    Status unbekannt

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT07555938) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.