CLL16Rekrutierend

Neue Dreifach-Kombinationstherapie mit Acalabrutinib, Obinutuzumab & Venetoclax bei unbehandelter chronisch lymphatischer Leukämie mit hohem Risiko

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Erstlinie
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) und das kleinzellige lymphozytische Lymphom (SLL) sind bösartige Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems. Die Therapie erfolgt nach dem Vorliegen gewisser Risikofaktoren. Acalabrutinib ist ein neues Medikament, das zur Behandlung der CLL bereits zugelassen ist, nicht aber in einer Dreifach-Kombination als erste Therapie bei hohem Risiko. Ziel der CLL16-Studie ist es, die Wirksamkeit der Kombinationstherapie von Acalabrutinib mit Obinutuzumab und Venetoclax im Vergleich zur Kombination Obinutuzumab/Venetoclax zu untersuchen. Patient*innen ab 18 Jahren mit CLL oder SLL können an dieser Studie teilnehmen, wenn ein Hochrisikofaktor vorliegt (17p-Deletion, TP53-Mutation oder komplexer Karyotyp).

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Chronische lymphatische Leukämie (CLL), kleinzelliges lymphozytisches Lymphom (SLL)

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: mindestens ein genetischer Hochrisikofaktor (17p-Deletion, TP53-Mutation, komplexer Karyotyp)

Zuteilung

Randomisierung

Behandlung

ca. 56 Wochen
Acalabrutinib, Venetoclax und Obinutuzumabbis zu 24 Zyklen à 28 Tage
Venetoclax und Obinutuzumab 12 Zyklen à 28 Tage

Nachbeobachtung

50 Monate

Ausführliche Beschreibung

Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) ist eine Blutkrebserkrankung, bei der eine unkontrollierte Vermehrung von B-Lymphozyten im Knochenmark vorliegt. Lymphozyten sind eine Unterform der weißen Blutzellen, die zum Immunsystem gehören. Bei der CLL werden die Lymphozyten ins Blut ausgeschwemmt. Sind die Lymphozyten stattdessen vorwiegend in den Lymphknoten und der Milz vorzufinden, spricht man von einem kleinzelligen lymphozytischen Lymphom (SLL), welches mit der CLL zu einem Krankheitsbild zusammengefasst wird. Die CLL gehört zu den Non-Hodgkin-Lymphomen und wächst in der Regel langsam und tritt vor allem im höheren Lebensalter auf. Die Ursachen für CLL sind noch nicht vollständig verstanden, jedoch spielen genetische Faktoren eine Rolle (gemeint sind hier erworbene Genveränderungen in den Krebszellen, nicht Vererbung von den Eltern auf ein Kind). Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Symptome und der körperlichen Verfassung der betroffenen Patient*innen. Weisen die Patient*innen keine Symptome auf, erfolgt in der Regel keine Behandlung, stattdessen erfolgt eine regelmäßige Kontrolle ("watch and wait"). Bei einer symptomatischen Erkrankung ist die Standardtherapie abhängig vom Vorliegen gewisser Risikofaktoren, die durch eine genetische Untersuchung der betroffenen Zellen bestimmt werden. In der Regel wird eine Kombination aus Immuntherapie und Chemotherapie als Ersttherapie durchgeführt.

Fallen spezielle genetische Veränderungen auf (17p-Deletion, TP53-Mutation oder komplexer Karyotyp), spricht man von einer Hochrisiko-CLL. Dies erfordert ein angepasstes Vorgehen bei der Wahl der Therapie. Die Behandlung erfolgt hier standardmäßig mittels einer Immuntherapie, beispielsweise mit dem neuen Medikament Acalabrutinib oder Obinutuzumab+Venetoclax. Für diese Medikamente gibt es unterschiedliche Therapieschemata und Kombinationsmöglichkeiten. Bisher nicht etabliert ist die Kombination von Acalabrutinib, Venetoclax und Obinutuzumab, wobei alle drei Medikamente aber für die Behandlung der CLL/SLL zugelassen sind.  Acalabrutinib ist ein sogenannter Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer (BTK-Hemmer), welcher die Vermehrung der Krebszellen hemmt. Venetoclax ist ein sogenannter Bcl-2-Hemmer und Obinutuzumab ist ein Antikörper gegen den Oberflächenrezeptor CD20 der B-Lymphozyten. Alle Medikamente bewirken direkt oder indirekt den Zelltod der Krebszellen.

Ziel der vorliegenden Phase-3-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der kombinierten Immuntherapie Acalabrutinib, Venetoclax und Obinutuzumab an einer größeren Zahl von Patient*innen zu untersuchen. Die Gabe erfolgt als erste Therapie, die Patient*innen haben also noch keine Vortherapie erhalten. Die Patient*innen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 erhält die kombinierte Immuntherapie bestehend aus Acalabrutinib, Venetoclax und Obinutuzumab über bis zu 24 Zyklen à 28 Tage, wobei nicht in jedem Zyklus alle Medikamente gegeben werden. Gruppe 2 erhält eine Kombinationstherapie bestehend aus Venetoclax und Obinutuzumab über 12 Zyklen. Die Studie ist nicht verblindet (offen), d.h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Die Behandlungen und Nachkontrollen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu 50 Monate, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch die verschiedenen Medikamente untersucht werden. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie wieder zunimmt (progressionsfreies Überleben). Die Hauptfragestellung der Studie ist die Überlebensrate ohne Fortschreiten der Erkrankung für bis zu 50 Monate nach Behandlung der ersten Person.

Patient*innen ab 18 Jahren mit CLL oder SLL können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung darf nicht vorbehandelt sein und muss mindestens einen genetischen Hochrisikofaktor aufweisen (17p-Deletion, TP53-Mutation, komplexer Karyotyp).

Fakten

  1. Welche Erkrankung: chronische lymphatische Leukämie (CLL), kleinzelliges lymphozytisches Lymphom (SLL).
  2. Krebs-Merkmale: unbehandelt, Hochrisiko-Situation (17p-Deletion, TP53-Mutation, komplexer Karyotyp).
  3. Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie mit Acalabrutinib, Obinutuzumab und Venetoclax im Vergleich zu Obinutuzumab/Venetoclax.
  4. Ziel der Studie: Verbesserung des progressionsfreien Überlebens .
  5. Wie lange dauert die Studie: Nachbeobachtung bis zu 50 Monate.
  6. Studienmerkmale: Phase-3-Studie, zwei Behandlungsarme, randomisiert, nicht verblindet (offen), alle eingesetzten Medikamente sind bereits zugelassen, nicht aber die Dreifachkombination in dieser Form.

Studienzentren

92 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Klinikum St. Marien Amberg

    Mariahilfbergweg 7, 92224 Amberg

    Rekrutierend
  • Klinikum Aschaffenburg-Alzenau gemeinnützige GmbH

    Am Hasenkopf 1, 63739 Aschaffenburg

    Status unbekannt
  • Haematologie-Onkologie im Zentrum MVZ GmbH

    Halderstrasse 29, 86150 Augsburg

    Status unbekannt
  • HELIOS Klinikum Bad Saarow

    Pieskower Strasse 33, 15526 Bad Saarow

    Rekrutierend
  • Klinikum Mittelbaden Baden-Baden Bühl

    Balger Str. 50, 76532 Baden-Baden

    Status unbekannt
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Berlin

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05197192) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.