Gezielte Behandlung mit Larotrectinib bei neudiagnostiziertem hochgradigem Gliom mit NRTK-Genfusion
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- 0–21 Jahre
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- Phase I
Worum geht es in dieser Studie?
Hochgradige Gliome bei Kindern haben eine schlechte Überlebensaussicht. Bestimmte genetische Veränderungen, wie NTRK-Genfusionen, ermöglichen eine gezielte Therapie, die in Studien den Krankheitsverlauf deutlich verbessern konnte. Das Ziel der CONNECT1903-Studie ist es, das bereits zugelassene Medikament Larotrectinib nun speziell bei hochgradigen Gliomen auf Wirksamkeit und Sicherheit zu prüfen. An der Studie können Kinder und junge Erwachsene bis zum Alter von einschließlich 21 Jahren teilnehmen, die an einem hochgradigen Gliom mit NTRK-Genfusion erkrankt sind.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: hochgradiges Gliom
Alter: bis 21 Jahre
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: NTRK-Genfusion
Zuteilung
Stratifizierung anhand von Markern
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: hochgradiges Gliom
Alter: bis 21 Jahre
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: NTRK-Genfusion
Stratifizierung anhand von Markern
Ausführliche Beschreibung
Hochgradige Gliome (HGG) sind schnell wachsende Gehirntumore, die tief ins gesunde Gewebe eindringen und schwer vollständig zu entfernen sind. Sie entstehen aus den Stützzellen des Gehirns, den sogenannten Gliazellen, und können wichtige Funktionen wie Bewegung, Sprache oder Atmung beeinträchtigen. Befindet sich der Tumor in Bereichen wie dem Hirnstamm oder Thalamus, spricht man von einem diffusen Mittelliniengliom (DIPG), das aufgrund seiner Lage besonders schwer zu behandeln ist.
Die Standardbehandlung besteht meist aus einer Kombination aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Wenn möglich, wird der Tumor operativ entfernt, gefolgt von einer Strahlentherapie zur Eindämmung des Wachstums und einer Chemotherapie, um verbliebene Tumorzellen zu bekämpfen. Bei bestimmten genetischen Veränderungen, wie den NTRK-Genfusionen oder BRAF-Mutationen, können zielgerichtete Medikamente eingesetzt werden, um die Behandlungschancen zu verbessern. Ein solches Medikament ist auch das Studienmedikament Larotrectinib, das bereits für Tumore mit NTRK-Genfusion zugelassen wurde. Es hemmt gezielt Tropomyosinrezeptorkinasen (TRK), eine Gruppe von Signalproteinen, die eine wichtige Rolle bei der zellulären Kommunikation und dem Tumorwachstum spielen, und konnte in seiner Zulassungsstudie vielversprechende Ergebnisse bei Tumoren mit NTRK-Genfusion zeigen. Der Therapieerfolg wird anhand des Ansprechens des Tumors bewertet: Complete Response (CR) bedeutet, dass der Tumor vollständig verschwunden ist, Continued Complete Response (CCR) bestätigt, dass dies über längere Zeit anhält, Partial Response (PR) beschreibt eine deutliche, aber unvollständige Schrumpfung des Tumors, und Stable Disease (SD) bedeutet, dass der Tumor nicht weiterwächst, aber auch nicht kleiner wird.
Das Ziel der Studie ist, das Medikament Larotrectinib auf Wirksamkeit und Sicherheit bei hochgradigen Gliomen zu testen. Das Medikament ist bereits für Tumoren mit NTRK-Genfusion zugelassen. Die Studie soll nun weitere Daten speziell für Gliome liefern. Dafür werden die Patient*innen in zwei Gruppen eingeteilt, abhängig davon, ob eine Operation bereits erfolgt ist/nicht möglich ist (Gruppe 1) oder ob eine operative Entfernung des Tumors geplant ist (Gruppe 2). In Gruppe 1 erhalten die Patient*innen zunächst für zwei Zyklen je 28 Tage das Medikament Larotrectinib. Das Medikament wird als Kapsel zweimal täglich eingenommen. Wenn der Tumor vollständig verschwindet (CR/CCR), wird die Therapie für mindestens 12 bis zu 24 weitere Zyklen fortgesetzt. Andernfalls kann eine Kombination aus Chemotherapie oder Strahlentherapiefolgen. In Gruppe 2 wird Larotrectinib für 3-5 Tage zweimal täglich vor einer geplanten Operation verabreicht. Nach erfolgter Operation des Tumors wird auch geprüft, wie hoch die Konzentration des Medikaments im Tumorgewebe ist. Die weitere Beobachtung im Rahmen der Studie erfolgt für bis zu 5 Jahre. Alle Patient*innen erhalten das Studienmedikament.
An der Studie können Kinder bis einschließlich 21 Jahre teilnehmen, die an einem hochgradigen Gliom mit NTRK-Genfusion erkrankt sind. Die Patient*innen dürfen gegen ihre Erkrankung abgesehen von einer Kortisontherapie noch nicht medikamentös behandelt worden sein.
Fakten
- Welche Erkrankung: hochgradiges Gliom
- Krebsmerkmale: NTRK-Genfusion; bisher keine medikamentöse Therapie
- Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit von Larotrectinib
- Ziel der Studie: Daten zu Larotrectinib in verschiedenen Therapiesituationen
- Wie lange dauert die Studie: bis zu 5 Jahre
- Studienmerkmale: frühe Phase-1-Studie, Studienmedikament bereits zugelassen
Studienzentren
6 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Universitätsklinikum Augsburg
Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg
RekrutierendCharité – Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin
RekrutierendUniversitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Strasse 40, 37075 Göttingen
RekrutierendHopp Children's Cancer Center Heidelberg
69120 Heidelberg
RekrutierendNationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 430, 69120 Heidelberg
Status unbekanntUniversitätsklinikum Köln (AöR)
Kerpener Strasse 62, 50937 Köln
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04655404) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


