Studie zum Vergleich einer Präzisionsbestrahlung während der OP statt einer vollständigen Bestrahlung der Brust bei frühem Brustkrebs
- Geschlecht
- Frauen
- Alter
- ab 50 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- —
Worum geht es in dieser Studie?
Die Standardtherapie von Brustkrebs in einem frühen Stadium umfasst eine brusterhaltende Operation mit anschließender Bestrahlung. Ziel der COSMOPOLITAN-Studie ist es herauszufinden, ob eine einmalige Bestrahlung direkt während der Operation im Vergleich zur herkömmlichen Bestrahlung nach der Operation (über mehrere Wochen) ebenso wirksam ist und ob weniger Nebenwirkungen auftreten. Teilnehmen können Frauen ab 50 Jahren mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs, der keine Lymphknoten befallen und eine geringe Tumorgröße hat.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Brutkrebs (Mammakarzinom)
Alter: ab 50 Jahren
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: Hormonrezeptor-positiv; HER2-negativ; kleiner Tumor (< 2,5 cm); nicht vortherapiert
Zuteilung
Randomisierung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Brutkrebs (Mammakarzinom)
Alter: ab 50 Jahren
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: Hormonrezeptor-positiv; HER2-negativ; kleiner Tumor (< 2,5 cm); nicht vortherapiert
Randomisierung
Ausführliche Beschreibung
Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes, bei der eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen der Brustdrüse vorliegt. Die Therapie der Erkrankung ist von zahlreichen Faktoren abhängig, z. B. dem Allgemeinzustand der Person, dem Stadium der Erkrankung und insbesondere von bestimmten biologischen Faktoren des Tumors wie der Wachstumsrate (Ki-67-Index), nachweisbaren Hormonrezeptoren (HR) auf der Oberfläche der Krebszellen (Östrogenrezeptor-, Progesteronrezeptor-positiv) und dem vermehrten Auftreten von HER2-Rezeptoren auf den Zellen (HER2-positiv).
Die Brustkrebstherapie in einem Frühstadium (Stadium I-II) umfasst in der Regel eine brusterhaltende Operation mit dem Ziel einer vollständigen Genesung. Um das Risiko einer erneuten Erkrankung zu verringern, wird vor der Operation in bestimmten Fällen eine medikamentöse Therapie durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern (neoadjuvant). In vielen Fällen und abhängig von gewissen Risikofaktoren kann nach der Operation eine weitere Therapie erfolgen (adjuvant), um das Risiko einer Resterkrankung bzw. eines Wiederauftretens der Erkrankung (Rezidivs) zu verringern, z. B. mittels Strahlentherapie. Die Krebszellen werden durch hochenergetische Strahlung geschädigt. Hierbei wird die betroffene Brust von außen (perkutan) vollständig bestrahlt. Um das dazwischen liegende Gewebe, wie die Haut, nicht zu stark zu schädigen, erfolgt diese Form der Bestrahlung in mehreren Sitzungen. Eine weitere Behandlungsoption ist die intraoperative Strahlentherapie (IORT), bei der die Tumorregion einmalig während des chirurgischen Eingriffs bestrahlt wird. Dafür wird eine spezielle Strahlensonde nach chirurgischer Entfernung des Tumors direkt in die Tumorregion eingeführt und die Strahlendosis unmittelbar am Tumorbett appliziert. Anschließend wird die Wunde verschlossen. Die IORT ist in Deutschland bei kleinen, Hormonrezeptor-positiven Tumoren zugelassen, wenn diese im frühen Stadium entdeckt werden und kein Lymphknotenbefall vorliegt. Durch die gezielte Bestrahlung des Gewebes und geringere Strahlengesamtdosis, könnte das Auftreten von Nebenwirkungen möglicherweise reduziert werden.
Ziel der vorliegenden Studie ist es zu untersuchen, ob die einmalige intraoperative Strahlentherapie eine geeignete Alternative zur üblichen Ganzbrustbestrahlung nach der Operation sein kann. Im Rahmen der Studie werden die Patientinnen zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt. Der Kontrollarm erhält die übliche Ganzbrustbestrahlung nach der Operation über 3 Wochen (15 Sitzungen) und der Studienarm erhält einmalig die intraoperative Bestrahlung während des chirurgischen Eingriffs. Die Verantwortlichen für die Auswertung der Studie arbeiten verblindet, sie wissen also nicht, welcher Gruppe die Patientinnen angehören. Der primäre Endpunkt der Studie ist das Vorliegen und die Intensität von Fatigue (krankhafte Schwäche) nach 12 Wochen. Die Nachbeobachtung im Rahmen der Studie erfolgt für bis zu 5 Jahre.
Teilnehmen können Frauen ab 50 Jahren mit einem kleinen, Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs (unter 2,5 cm), ohne befallene Lymphknoten und ohne vorherige Chemotherapie, Antihormontherapie oder Bestrahlung. Ausgeschlossen sind u. a. Patientinnen mit aggressiveren Tumoren (G3), invasiv-lobulärem Karzinom, auffälligen Mikroverkalkungen oder anderen relevanten Vorerkrankungen.
Fakten
- Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom).
- Krebs-Merkmale: Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, kleiner Tumor (< 2,5 cm), nicht vortherapiert.
- Was untersucht die Studie: Einmalige gezielte Bestrahlung des Tumors während der OP vs. standardmäßige Strahlentherapie nach der OP.
- Ziel der Studie: Vergleich der Fatigue (krankhafte Schwäche) 12 Wochen nach Therapiebeginn.
- Wie lange dauert die Studie: Fatigue-Bewertung nach 12 Wochen, Nachbeobachtung für bis zu 5 Jahre.
- Studienmerkmale: Zwei Behandlungsarme, randomisiert, einseitig verblindet (Ergebnisbewertung).
Studienzentren
3 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg
Aktiv, nicht rekrutierendUniversitätsklinikum Heidelberg
69120 Heidelberg
Status unbekanntUniversitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg
Baldingerstraße n.v., 35043 Marburg
Aktiv, nicht rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT03838419) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


