Bipolare Androgentherapie mit Darolutamid bei metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs – variierende Testosteronspiegel als neuer Therapieansatz
- Geschlecht
- Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase II
Worum geht es in dieser Studie?
Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs, der trotz einer Hormonentzugstherapie weiterwächst (kastrationsresistent), sind neue Behandlungsansätze erforderlich, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität zu erhalten. Ziel der DaroBAT-Studie ist es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer sogenannten bipolaren Androgentherapie (BAT) – einem Wechsel zwischen der Gabe von Testosteron und dem Medikament Darolutamid – im Vergleich zur üblichen Standardbehandlung zu untersuchen. Männer ab 18 Jahren mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Prostatakarzinom
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: metastasiert; kastrationsresistent; keine Organmetastasen; asymptomatisch bis mild symptomatisch
Zuteilung
Randomisierung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Prostatakarzinom
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: metastasiert; kastrationsresistent; keine Organmetastasen; asymptomatisch bis mild symptomatisch
Randomisierung
Ausführliche Beschreibung
Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Das Wachstum der Tumorzellen wird in der Regel durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron gefördert. Die Standardbehandlung besteht daher meist aus einer Hormonentzugstherapie (Androgendeprivationstherapie), um den Testosteronspiegel dauerhaft niedrig zu halten (Kastrationsniveau). Dies erfolgt durch chirurgische Kastration (Entfernung der Hoden) oder medikamentös. Zusätzlich kommen sogenannte Androgenrezeptor-Inhibitoren zum Einsatz. Diese verhindern die Bindung des noch zirkulierenden Testosterons an die Krebszellen und hemmen dadurch das Krebswachstum. Wenn der Tumor trotz dieser niedrigen Hormonwerte weiterwächst und sich im Körper ausbreitet (metastasiert), spricht man von einem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC). In dieser Situation werden häufig moderne Hormonblocker oder Chemotherapien eingesetzt, doch können sich im Verlauf Resistenzen gegen diese Medikamente bilden.
Ein neuer wissenschaftlicher Ansatz, diese Resistenz zu durchbrechen, ist die bipolare Androgentherapie (BAT). Dabei wird der Tumor abwechselnd hohen Dosen von Testosteron und einem starken Hormonentzug ausgesetzt. Die Theorie besagt, dass der plötzliche Anstieg des Testosterons die an niedrige Hormonspiegel gewöhnten Krebszellen "schocken" und abtöten kann. Zudem sollen die verbleibenden Krebszellen durch diesen Wechsel wieder empfindlich für die Wirkung von Androgenrezeptor-Inhibitoren (zum Beispiel dem Studienmedikament Darolutamid) gemacht werden. Darolutamid ist in Deutschland unter anderem bereits zur Behandlung von nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs und metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs zugelassen. Ziel der vorliegenden Phase-2-Studie ist es zu prüfen, ob diese Kombination aus BAT und Darolutamid das Fortschreiten der Erkrankung wirksamer verzögern kann als die derzeitige Standardtherapie. Dafür werden die Patienten zufällig (randomisiert) im Verhältnis 2:1 in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 (Studienarm) erhält zunächst einmal täglich Testosteron in Form eines Gels (Testogel®), das über die Haut aufgenommen wird. Diese Therapie erfolgt für 2 Zyklen à 28 Tage gefolgt von einer Behandlung mit Darolutamid. In Abhängigkeit von dem gemessenen Prostataspezifischen Antigen (PSA) kann die gesamte Behandlung anschließend erneut durchgeführt werden. Gruppe 2 (Kontrollarm) erhält eine Standardtherapie nach Wahl der behandelnden Ärzt*innen (z. B. Abirateron, Enzalutamid, Docetaxel oder Cabazitaxel). Die Studie ist nicht verblindet (offen), das heißt, sowohl Patienten als auch Ärzt*innen wissen, welche Behandlung durchgeführt wird. Der primäre Endpunkt ist das progressionsfreie Überleben, also die Zeitspanne, in der der Tumor nicht weiterwächst, sowie die Lebensqualität der Patienten.
Teilnehmen können Männer ab 18 Jahren mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs, bei denen die Erkrankung unter einer Androgendeprivationstherapie + und einem Androgenrezeptor-Inhibitor Apalutamid, Darolutamid oder Enzalutamid fortgeschritten ist. Die Patienten sollten keine oder nur milde Beschwerden haben und keine Metastasen in den inneren Organen (viszerale Metastasen) aufweisen.
Fakten
- Welche Erkrankung: metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs (mCRPC)
- Krebs-Merkmale: fortschreitend nach Vortherapie mit Androgendeprivationstherapie + und einem Androgenrezeptor-Inhibitor asymptomatisch oder mild symptomatisch, keine Organmetastasen
- Was untersucht die Studie: Wirksamkeit der bipolaren Androgentherapie (Testosteron-Gabe gefolgt von Darolutamid) im Vergleich zur Standardtherapie
- Ziel der Studie: Verbesserung des progressionsfreien Überlebens und der Lebensqualität durch Wiederherstellung der Empfindlichkeit gegenüber Antihormontherapien
- Wie lange dauert die Studie: ca. 18 bis 30 Monate
- Studienmerkmale: Phase-2-Studie, randomisiert (2:1), offen (nicht verblindet), multizentrisch in Deutschland
Studienzentren
5 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Universitätsklinikum Aachen AöR
Pauwelsstrasse 30, 52074 Aachen
RekrutierendUniversitätsklinikum Augsburg
Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg
RekrutierendUrologicum Duisburg
Fahrner Str 123, 47169 Duisburg
Status unbekanntUniversitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Strasse 49, 79106 Freiburg
RekrutierendUniversitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1, 48149 Muenster
Status unbekannt
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


