DecodeVRLRekrutierend

Verbesserung der Diagnose bei vitreoretinalem Lymphom durch standardisierte molekulare Untersuchungen

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Beobachtend
Therapielinie
alle
Phase

Worum geht es in dieser Studie?

Das vitreoretinale Lymphom (VRL) ist eine sehr seltene Krebserkrankung im Auge, die schwer zu erkennen ist, weil sie einer Augenentzündung ähnelt. Bestehende Diagnosemethoden erkennen die Erkrankung nur in etwa 70 % der Fälle, wodurch sich die Therapie verzögert. Ziel der DecodeVRL-Studie ist es, eine neue diagnostische Methode zu prüfen, die mithilfe einer erweiterten molekularen Analyse (Genanalyse) die Erkrankung zuverlässiger und früher erkennen soll. Frauen und Männer ab 18 Jahren mit Verdacht auf ein VRL und geplanter diagnostischer operativer Entnahme von Glaskörpergewebe aus dem Auge können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Verdacht auf ein vitreoretinales Lymphom (VRL)

Alter: ab 18 Jahren

Wichtige Einschlusskriterien: Indikation für eine operative Entnahme von Glaskörpergewebe aus dem Auge

Zuteilung

Einarmige Studie

Behandlung

Beobachtungsstudiemolekulare Genanalyse mittels Next-Generation-Sequencing und miRNA-Analyse

Nachbeobachtung

24 Monate

Ausführliche Beschreibung

Das vitreoretinale Lymphom (VRL) ist eine bösartige Erkrankung, ausgehend von bestimmten Zellen des Immunsystems (B-Zellen), die zu den primären Lymphomen des Zentralnervensystems gehört. Es betrifft vor allem den Glaskörper und die Netzhaut des Auges. Das VRL ist selten und wird häufig mit einer Augenentzündung (Vitritis oder Uveitis) verwechselt, weil sich die Symptome sehr ähneln. Dadurch verzögert sich oft die richtige Diagnose und der Beginn der passenden Behandlung. Die aktuelle Standarddiagnostik umfasst drei Verfahren: Die Untersuchung von Zellen unter dem Mikroskop, die Identifizierung von Merkmalen von Immunzellen und die Prüfung, ob alle kranken Zellen aus einer Ursprungszelle stammen. Diese Verfahren erkennen jedoch nur etwa 70 % der Erkrankungen. In den letzten Jahren wurden neue molekulare Verfahren entwickelt. Dazu gehört eine Genanalyse mit Next-Generation-Sequencing, die gezielt nach Veränderungen in bestimmten Genen sucht. Außerdem wird die Untersuchung von kleinen RNA-Molekülen eingesetzt, die als Biomarker dienen können. Diese erweiterten Verfahren scheinen empfindlicher zu sein und könnten die Diagnose verbessern.

Ziel der vorliegenden Beobachtungsstudie ist es, ein deutschlandweites Netzwerk aufzubauen, bei dem alle Proben von Patient*innen mit Verdacht auf VRL zentral mit diesen neuen Methoden untersucht werden. Insgesamt sollen mindestens 220 Patient*innen in die Studie aufgenommen werden. Die Studie vergleicht, wie gut die erweiterte Diagnostik im Vergleich zur Standarddiagnostik funktioniert. Außerdem werden alle Patient*innen (auch mit diagnostizierter Augenentzündung) über 24 Monate nachbeobachtet.

Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren, bei denen der Verdacht auf ein VRL besteht und bei denen eine diagnostische Vitrektomie (operative Entnahme von Glaskörpergewebe aus dem Auge) geplant ist. Nicht teilnehmen können Patient*innen, die in den letzten drei Monaten eine Chemotherapie gegen ein Lymphom erhalten haben oder zwei Wochen vor der Operation Kortison eingenommen haben.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Verdacht auf ein vitreoretinales Lymphom (VRL)
  2. Krebs-Merkmale: Indikation für eine Vitrektomie (operative Entnahme von Glaskörpergewebe aus dem Auge)
  3. Was untersucht die Studie: Genauigkeit einer erweiterten molekularen Diagnostik
  4. Ziel der Studie: Verbesserung der Früherkennung von VRL durch erweiterte molekulare Verfahren und Aufbau eines klinischen Registers sowie einer Biobank
  5. Wie lange dauert die Studie: Beobachtungszeitraum über 2 Jahre
  6. Studienmerkmale: prospektive Beobachtungsstudie, eine Gruppe, nicht verblindet (offen)

Studienzentren

3 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.

  • Universitätsklinikum Freiburg

    Hugstetter Straße 49, 79106 Freiburg

    Rekrutierend
  • Medizinische Hochschule Hannover

    Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover

    Rekrutierend
  • UKSH - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

    Ratzeburger Allee 160, 23538 Luebeck

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05841914) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.