Zusätzliche Bestrahlung zur Chemotherapie und Durvalumab und anschließende Erhaltungstherapie mit weiterer Hochpräzisionsbestrahlung bei fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- Phase II
Worum geht es in dieser Studie?
Die bisherige Standardbehandlung von fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs (ES-SCLC) führt oft nur zu einer vorübergehenden Kontrolle der Erkrankung. Der Einsatz einer zusätzlichen gezielten Strahlentherapie zu der bisherigen Chemo-/Immuntherapie stellt hierbei einen neuen Therapieansatz dar. Das Ziel der DuCoRa-SCLC-Studie ist zu untersuchen, ob die Kombination aus dem PD-L1 Antikörper Durvalumab mit Chemotherapie und zusätzlicher gezielter Strahlentherapie das Tumorwachstum besser kontrollieren kann als die bisherige Standardbehandlung. An der Studie können Frauen und Männer mit oligometastasiertem (weniger als fünf Metastasen) kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC) teilnehmen, der auf zwei erste Zyklen Chemotherapie gut angesprochen hat.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC)
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: gutes Ansprechen (stable disease oder partial response) auf 2 vorherige Zyklen Chemotherapie; oligometastasiert (max. 4 Metastasen); extensive disease
Zuteilung
Einarmige Studie
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC)
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: gutes Ansprechen (stable disease oder partial response) auf 2 vorherige Zyklen Chemotherapie; oligometastasiert (max. 4 Metastasen); extensive disease
Einarmige Studie
Ausführliche Beschreibung
Lungenkrebs entsteht, wenn sich Zellen in der Lunge unkontrolliert vermehren und Tumore bilden. Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) gilt als aggressiv und kann sich früh in der Erkrankung im Körper ausbreiten. Die Behandlung hängt von dem Ausmaß der Erkrankung ab. Dafür unterscheidet man drei Stadien. Im sehr limitierten Stadium (VLD) ist der Tumor noch klein und nur in einem begrenzten Bereich der Lunge, sodass eine Operation oder gezielte Strahlentherapie mit dem Ziel der vollständigen Entfernung des Tumors noch möglich sein kann. Im limitierten Stadium (LD) ist der Krebs auf eine Lungenhälfte und nahegelegene Lymphknoten beschränkt. Die Kombination einer Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung ist in diesem Falle eine Option. Im extensiven Stadium (ED) hat sich der Krebs bereits in andere Organe oder entfernte Lymphknoten ausgebreitet (Metastasen), sodass keine gezielte Strahlentherapie mehr angewendet werden kann und stattdessen eine systemische Therapie, also Chemotherapie und Immuntherapie, notwendig ist. In diesem Stadium der Erkrankung ist das Ziel der Behandlung eine Krankheitskontrolle (palliative Therapie), da man davon ausgehen muss, dass der Tumor nicht mehr geheilt werden kann. Die Erkrankung wird als oligometastasiert bezeichnet, wenn der Krebs bereits metastasiert ist, aber nur wenige (meist bis zu fünf) Metastasen außerhalb der Lunge vorhanden sind. Die Standardtherapie für ein ED-SCLC besteht aus einer Kombination aus Chemotherapie (Etoposid + Carboplatin oder Cisplatin) und Immuntherapie (z. B. Durvalumab oder Atezolizumab). Wenn die Erkrankung auf die Behandlung anspricht, wird nach vier bis sechs Zyklen Chemotherapie die Immuntherapie allein als Erhaltungstherapie fortgesetzt. In der Studie wird für die Immuntherapie das bereits zugelassene Medikament Durvalumab verwendet, ein Antikörper gegen das Oberflächenprotein PD-L1 der Krebszellen. PD-L1 verhindert normalerweise, dass körpereigenen Abwehrzellen den Krebs angreifen können. Durvalumab unterstützt das Immunsystem, indem es diese Schutzbarriere der Krebszellen blockiert. Wird die Chemotherapie mit einer Bestrahlung kombiniert, nennt sich das Radiochemotherapie. Im limitierten Stadium ist diese Art der Behandlung schon Teil der Standardtherapie. Eine weitere Behandlungsform ist die sogenannte stereotaktische Bestrahlung, eine hochpräzise Strahlenbehandlung, die mit sehr hohen Dosen gezielt einzelne Tumorherde oder Metastasen zerstört und bisher vor allem bei Hirnmetastasen angewendet wird.
Das Ziel der DuCoRa-SCLC-Studie ist zu untersuchen, ob eine Kombination von Radiochemotherapie mit Durvalumab, gefolgt von einer Erhaltungstherapie zusammen mit stereotaktischer Bestrahlung, das Tumorwachstum besser kontrollieren kann als die bisherige Standardbehandlung.
Die Studie ist einarmig, das heißt alle Patient*innen erhalten die Studienbehandlung. Nach Aufnahme in die Studie erhalten die Patient*innen eine kombinierte Radiochemotherapie. Dabei bekommen sie zwei weitere Zyklen (je 22 Tage) Chemotherapie mit Etoposid und entweder Cisplatin oder Carboplatin in Kombination mit Durvalumab alle drei Wochen. Die Strahlentherapie wird zunächst auf den Haupttumor und die befallenen Lymphknoten im Brustbereich gerichtet. Danach erhalten die Patient*innen während der Erhaltungstherapie mit Durvalumab alle 4 Wochen zusätzlich eine stereotaktische Strahlentherapie, um ihre Metastasen gezielt zu bestrahlen. Die Behandlung im Rahmen der Studie ist experimentell, die Chemotherapie kombiniert mit Immuntherapie, sowie die Erhaltungstherapie mit Durvalumab alleine sind bereits zugelassene Standardtherapie, die Kombination der Chemo-/Immuntherapie mit Bestrahlung ist so für diese Erkrankung noch nicht zugelassen, genauso wie die stereotaktische Bestrahlung während der Erhaltungstherapie. In anderen Tumorstadien werden diese Verfahren allerdings bereits standardmäßig verwendet. Die Beobachtung auf die Wirksamkeit dieser Behandlung im Rahmen der Studie erfolgt für bis zu 12 Monate, dabei wird besonders auf die Zeit ohne weiteres Fortschreiten der Krankheit geachtet (progression-free survival).
An der Studie können Frauen und Männer ab 18 Jahren teilnehmen, die an kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC) im extensiven Stadium (ED) erkrankt sind. Die Erkrankung muss oligometastasiert sein, darf also nur weniger als fünf Metastasen und keine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Rippenfell haben, in dem sich Tumorzellen befinden (maligner Pleuraerguss). Der Lungenkrebs muss gut auf zwei vorherige Zyklen Chemotherapie (Platin, Etoposid und Durvalumab) angesprochen haben. Hirnmetastasen sind kein Ausschlusskriterium für eine Teilnahme.
Fakten
- Welche Erkrankung: Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC)
- Krebsmerkmale: Extensive disease, oligometastasiert, gutes Ansprechen (stable disease oder partial response) auf zwei vorherige Zyklen Chemotherapie
- Was untersucht die Studie: Einfluss von zusätzlicher Bestrahlung zur Chemotherapie und von stereotaktischer Bestrahlung der Metastasen zur Erhaltungstherapie
- Ziel der Studie: Nachweis eines Effektes der zusätzlichen Behandlungsmethoden auf das Fortschreiten der Krankheit
- Wie lange dauert die Studie: Bis zu 12 Monate
- Studienmerkmale: Phase-2-Studie, einarmige Studie
Studienzentren
11 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Universitätsklinikum Augsburg
Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg
RekrutierendUniversitätsklinikum Erlangen
91054 Erlangen
RekrutierendKrankenhaus Nordwest
Steinbacher Hohl 2-26, 60488 Frankfurt
RekrutierendUniversitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg
Klinikstrasse 33, 35392 Giessen
Status unbekanntUniversitätsklinikum Gießen und Marburg Standort Gießen
Gießen
RekrutierendUniversitätsklinikum des Saarlandes
Kirrberger Strasse 100, 66421 Homburg
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06223711) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


