Optimierung der Stammzelltransplantation bei Kindern und Jugendlichen mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL)
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- 3–25 Jahre
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- Phase II/III
Worum geht es in dieser Studie?
Die Studie richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL), bei denen eine Stammzelltransplantation notwendig ist. Ziel der FORUM2-Studie ist es, die Behandlung rund um die Transplantation so zu verbessern, dass weniger Nebenwirkungen auftreten, aber die Wirksamkeit erhalten bleibt. Teilnehmen können Kinder ab 3 Monaten bis junge Erwachsene bis 25 Jahre, bei denen die Erkrankung durch die Vortherapie gut zurückgegangen ist und im Anschluss eine Stammzelltransplantation geplant ist.
Ausführliche Beschreibung
Die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) ist eine Form von Blutkrebs, bei der sich unreife weiße Blutkörperchen des Knochenmarks unkontrolliert vermehren. Diese Erkrankung betrifft häufig Kinder. Eine Stammzelltransplantation (HSCT) wird oft dann eingesetzt, wenn die Erkrankung ein hohes Risiko für Rückfälle aufweist oder bereits ein Rückfall eingetreten ist. Dabei wird das kranke Knochenmark durch gesunde Stammzellen eines anderen Menschen (allogen) ersetzt. Diese Therapie kann heilen, ist aber auch mit erheblichen Risiken verbunden. Dazu zählen schwere Infektionen, Organversagen oder eine sogenannte Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD), bei der das neue Immunsystem den Körper angreift.
Ziel der Phase-2/3-Studie ist es, die Behandlung rund um die Stammzelltransplantation so zu verbessern, dass weniger Nebenwirkungen auftreten, aber die Wirksamkeit erhalten bleibt. Dafür gibt es mehrere Studiengruppen, die je nach Alter, Spendersituation und Zustand nach der Transplantation unterschiedliche Behandlungsabschnitte untersuchen. In der R1-Teilstudie werden zwei Dosierungen der Vorbehandlung vor der Stammzelltransplantation verglichen. Eine Ganzkörperbestrahlung mit 8 Gy oder mit 12 Gy, beide jeweils in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Etoposid. Ziel ist zu verstehen, ob die niedrigere Strahlendosis genauso gut vor einem Rückfall schützt, dabei aber weniger kurz- und langfristige Nebenwirkungen verursacht. In der R2-Teilstudie geht es um Kinder und junge Erwachsene, die nach der Transplantation erstmals eine akute Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (aGvHD) Grad 2–4 entwickeln. Hier werden zwei Behandlungsstrategien verglichen, das Immuntherapeutikum Ruxolitinib zusammen mit Kortikosteroiden versus Kortikosteroide allein. Damit soll geprüft werden, ob die zusätzliche Gabe von Ruxolitinib die aGvHD schneller oder zuverlässiger kontrolliert und Komplikationen reduziert. Die S1-Teilstudie betrifft Patient*innen, die eine Transplantation von nicht vollständig passenden Familienspender*innen erhalten. In dieser Gruppe werden zwei Vorgehensweisen gegenübergestellt, um Abstoßung, starke Immunreaktionen und GvHD zu verringern. Entweder wird nach der Transplantation das Chemotherapeutikum Cyclophosphamid gegeben, oder das Transplantat wird bereits vor der Gabe im Labor bearbeitet, indem bestimmte Immunzellen entfernt werden, mittels sogenannter αβ-T-Zell-Depletion. In der P1-Teilstudie werden Kinder unter 2 Jahren mit B-Zell-ALL untersucht, die bei der Vorbehandlung keine Ganzkörperbestrahlung erhalten. Diese Kinder bekommen nach der Transplantation eine zusätzliche Rückfallvorbeugung mit bis zu vier Behandlungszyklen Blinatumomab als Erhaltungstherapie. Blinatumomab ist eine Immuntherapie (bispezifischer Antikörper), die körpereigene Abwehrzellen sehr gezielt an verbliebene Leukämiezellen „heranführt“, damit diese besser erkannt und beseitigt werden können. Ziel ist, das Rückfallrisiko in dieser besonders jungen und gefährdeten Gruppe zu senken.
Teilnehmen können Kinder und junge Erwachsene im Alter zwischen 3 Monaten und 25 Jahren. Es muss ein vollständiger Rückgang der Erkrankung vor der geplanten Stammzelltransplantation vorhanden sein und eine geeignete Spenderquelle vorliegen (z. B. passender Verwandter, Fremdspender oder Nabelschnurblut). Patient*innen mit aktiver Infektion, schwerwiegenden Organschäden oder vorheriger Transplantation (außer für bestimmte Teilstudien) können nicht teilnehmen.
Fakten
- Welche Erkrankung: akute lymphoblastische Leukämie (ALL)
- Krebs-Merkmale: in kompletter Remission (keine Anzeichen der Erkrankung), erste allogene Stammzelltransplantation geplant
- Was untersucht die Studie: Verbesserung der Stammzelltransplantation bei ALL
- Ziel der Studie: weniger Nebenwirkungen bei gleichbleibender Heilungschance
- Wie lange dauert die Studie: Gesamtlaufzeit bis 2032, Nachbeobachtung über 4 Jahre
- Studienmerkmale: Phase-2/3-Studie, mehrere Teilstudien, teilweise zufällige Zuteilung (randomisiert), nicht verblindet
Studienzentren
26 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Universitätsklinikum Aachen AöR
Pauwelsstrasse 30, 52074 Aachen
Status unbekanntCharité – Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin
Status unbekanntUniversitätsklinikum Bonn
Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn
Status unbekanntUniversitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Fetscherstrasse 74, 01307 Dresden
Status unbekanntUniversitätsklinikum Düsseldorf
Moorenstrasse 5, 40225 Düsseldorf
Status unbekanntUniversitätsklinikum Erlangen
Loschgestrasse 15, 91054 Erlangen
Status unbekannt
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT07297914) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


