Matched Unrelated vs. Haploidentical Donor for Allogeneic Stem Cell Transplantation in Patients With Acute Leukemia
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- 18–70 Jahre
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- alle
- Phase
- Phase II
Worum geht es in dieser Studie?
Akute Leukämie und das myelodysplastische Syndrom sind bösartige Erkrankungen der blutbildenden Zellen. Aufgrund des häufig schwerwiegenden Verlaufs wird in vielen Fällen zur Behandlung eine Stammzelltransplantation notwendig. Einen passenden Spender für die Stammzellen zu finden, ist von größter Bedeutung. Ziel der Haplo-MUD-Studie ist es, die Wirkung und Sicherheit von Stammzelltransplantationen mit verschiedenen Spenderarten zu vergleichen. Patient*innen zwischen 18 und 70 Jahren mit akuter myeloischer Leukämie, akuter lymphoblastischer Leukämie oder myelodysplastischem Syndrom können an dieser Studie teilnehmen.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Akute myeloische Leukämie (AML), akute lymphoblastische Leukämie (ALL), myelodysplastisches Syndrom (MDS)
Alter: 18–70 Jahre
Therapielinie: Unabhängig von Therapielinie
Wichtige Einschlusskriterien: 1. oder 2. komplette Remission, Verfügbarkeit eines passenden Spenders
Zuteilung
Randomisierung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Akute myeloische Leukämie (AML), akute lymphoblastische Leukämie (ALL), myelodysplastisches Syndrom (MDS)
Alter: 18–70 Jahre
Therapielinie: Unabhängig von Therapielinie
Wichtige Einschlusskriterien: 1. oder 2. komplette Remission, Verfügbarkeit eines passenden Spenders
Randomisierung
Ausführliche Beschreibung
Die akute Leukämie ist eine bösartige Erkrankung der blutbildenden Zellen, bei der eine unkontrollierten Produktion von entarteten weißen Blutzellen (Blasten) im Knochenmark und Blut vorliegt. Durch die krankhafte Überproduktion der Blasten ist die Blutbildung und die Immunabwehr gestört. In Abhängigkeit von Ursprung der betroffenen Zellen unterteilt man diese Erkrankung in die akute myeloische Leukämie (AML) und akute lymphatische Leukämie (ALL). Das myelodysplatische Syndrom (MDS) ist ebenfalls eine Erkrankung des Blutes bei der es zur fehlerhaften Bildung von Blutzellen kommt, auch hier sind häufig die weißen Blutzellen betroffen. Das MDS verläuft zunächst häufig nicht so akut schwerwiegend wie eine Leukämie, allerdings geht auch das MDS häufig mit einer schlechten Prognose einher. Das MDS kann im Verlauf auch in eine Leukämie übergehen. Als Symptome der akuten Leukämien und des MDS können Müdigkeit, Blutarmut, Blutgerinnungsstörungen, Fieber, eine erhöhte Infektanfälligkeit, geschwollene Lymphknoten und eine vergrößerte Milz auftreten. In vielen Fällen sind diese Symptome auf den Mangel an gesunden Blutzellen zurückzuführen. Die genaue Ursache dieser Erkrankungen ist nicht vollständig verstanden, aber genetische Mutationen und Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Um langfristig zu überleben, müssen diese Erkrankungen vollständig eliminiert werden. Ziel der Therapie ist daher die Heilung. Dafür ist eine intensive Chemotherapie notwendig und in vielen Fällen, abhängig von gewissen Risikofaktoren der Erkrankung und des Patienten, eine Stammzelltransplantation. Dabei wird das körpereigene Blutsystem komplett zerstört und durch das Blutsystem einer anderen Person ersetzt. Hierzu erhalten die Patient*innen Stammzellen von einem anderen Menschen (Spender). Entscheidend ist, dass das neue Blutsystem den neuen Patienten „akzeptiert“ und nicht als „fremd“ erkennt, da es sonst zu schweren und potenziell tödlichen Abwehrreaktionen kommt. Daher muss das neue Blutsystem des Spenders gut zum Patienten passen. Dies gelingt auf unterschiedliche Arten: Entweder, wenn Patient und Spender verwandt sind, dann liegt meist eine hohe Ähnlichkeit von Patient*in und neuem Blutsystem vor (= haploidentisch). Eine andere Variante ist, dass gewisse Merkmale von Patient*in und neuem Blutsystem übereinstimmen. Eine entscheidende Rolle spielen hier die Humanen Leukozytenantigene (HLA). Je besser diese übereinstimmen (bestenfalls 10 von 10 der wichtigsten HLA Muster), um so größer ist die Chance, dass auch Blut eines völlig fremden Menschen gut vertragen wird. Dies wird in großen Blutbankregistern abgeglichen. Ein sehr wichtiger Nebeneffekt besteht bei der Gabe neuer Blutzellen darin, dass diese möglicherweise verbliebene bösartige Leukämiezellen der Patient*innnen noch abtöten können (was eine Chemotherapie nicht mehr schafft) und so die Chance geheilt zu sein nochmals steigt. Es gibt Hinweise darauf, dass dieser Effekt bei verwandten Spendern (=haploidentische Variante) größer sein könnte.
Ziel der vorliegenden Phase-2-Studie ist es, die Wirkung und den Effekt gegen möglicherweise verbliebene Leukämiezellen bei Patient*innen von Stammzelltransplantationen von passenden nicht verwandten Spendern (10/10 HLA-Übereinstimmung) mit der von verwandten Spendern zu vergleichen, wissend, dass hier die Übereinstimmung von HLA möglicherweise schlechter ist (mindestens 5/10 HLA-Übereinstimmung). Die Teilnehmer*innen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in 2 Gruppen eingeteilt. Die haploidentische Gruppe (=Verwandte) erhält nach der Transplantation der entsprechenden Stammzellen Cyclophosphamid zur Vorbeugung gegen die oben beschriebenen Abwehrreaktionen (Graft-versus-Host-Erkrankungen (GvHD)). Cyclophosphamid ist ein klassisches und häufig eingesetzten Chemotherapeutikum. Die Studie ist nicht verblindet, d.h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welche Therapie angewandt wird. Die Untersuchung im Rahmen der Studie erfolgt für bis zu 2 Jahre, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen untersucht werden. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie wieder zunimmt. Der primäre Endpunkt der Studie ist der Anteil der Teilnehmer*innen innerhalb beider Gruppen, die innerhalb von 2 Jahren nach der Therapie einen Rückfall (erneute Zunahme der Erkrankung) aufzeigen.
Patient*innen zwischen 18 und 70 Jahren mit akuter myeloischer Leukämie, akuter lymphoblastischer Leukämie oder myelodysplastischem Syndrom können an dieser Studie teilnehmen. Patient*innen mit ALL und AML müssen sich vor Beginn der Therapie in kompletter Remission befinden, d.h. die Erkrankung wurde durch die intensive Standard-Chemotherapie komplett zurückgedrängt.
Fakten
- Welche Erkrankung: Akute myeloische Leukämie (AML), akute lymphoblastische Leukämie (ALL), myelodysplastisches Syndrom (MDS)
- Krebs-Merkmale: AML, ALL, MDS nach Standard-Chemotherapie mit vollständig zurückgedrängter Erkrankung (Remission)
- Was untersucht die Studie: Vergleich der Wirkung des Effekts einer Stammzelltransplantation auf möglicherweise noch vorhandene Leukämiezellen im Patient*in trotz erfolgter Chemotherapie von Stammzellen eines Verwandten zusammen mit Cyclophosphamid im Vergleich zu Fremden Spendern
- Ziel der Studie: Verbesserung der Rückfallraten und Überlebensraten
- Wie lange dauert die Studie: ca. 2 Jahre
- Studienmerkmale: Zwei Behandlungsarme, keine Verblindung
Studienzentren
10 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Universitätsklinikum Düsseldorf
40225 Düsseldorf
Status unbekanntUniversitätsklinikum Essen
45122 Essen
Status unbekanntUniversitätsklinikum Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main
RekrutierendUniversitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Straße 49, 79106 Freiburg
Aktiv, nicht rekrutierendUniversitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistrasse 52, 20246 Hamburg
Status unbekanntMedizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Aktiv, nicht rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04232241) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


