Neue CAR-T-Zelltherapie bei vorbehandelten Patient*innen mit ALL (Kinder und Erwachsene) und verschiedenen Non-Hodgkin-Lymphomen
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 3 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase I/II
Worum geht es in dieser Studie?
Die akute lymphatische Leukämie (ALL) und Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems. Eine relativ neue Therapieform ist die Behandlung mit CAR-T-Zellen, die in einigen Situationen bereits zugelassen ist. Es gibt dabei unterschiedliche CAR-T-Zelltherapien. Ziel der HD-CAR-1-Studie ist es, die passende Dosierung, Sicherheit und Wirksamkeit einer weiteren neuen CAR-T-Zelltherapie zu untersuchen. Frauen und Männer ab 18 Jahren mit ALL oder NHL, aber auch Kinder ab 3 Jahren mit einer ALL können an dieser Studie teilnehmen, wenn die Erkrankung auf Vortherapien nicht ausreichend angesprochen hat oder wieder aktiv ist.
Ausführliche Beschreibung
Die akute lymphatische Leukämie (ALL) und Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind bösartige Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems, welche ein unkontrolliertes Wachstum von Immunzellen aufweisen. Die Ursachen für diese Erkrankungen sind häufig nicht vollständig verstanden, jedoch spielen genetische Ursachen und Umweltfaktoren eine Rolle. Die ALL weist ein unkontrolliertes Wachstum von Vorläuferzellen der weißen Blutzellen (Lymphoblasten) auf. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen sind reifere Lymphozyten (ebenfalls eine Art weißer Blutkörperchen) betroffen. NHL umfassen eine ganze Gruppe von Erkrankungen, die sich in ihrer speziellen Ausprägung unterscheiden. Im Rahmen der vorliegenden Studie werden folgende NHL eingeschlossen: Diffuses großzelliges B-Zell Lymphom (DLBCL), follikuläres Lymphom (FL), Mantelzelllymphom (MCL) und die chronisch lymphatische Leukämie (CLL). Viele dieser Erkrankungen (ALL, DLBCL, FL, MCL, CLL) gehen von B-Lymphozyten aus, welche häufig das CD19-Protein auf der Oberfläche tragen. Dies kann ein wichtiges Ziel für eine spezifische Therapie sein. Die Symptome sind je nach Erkrankung unterschiedlich. Unter anderem können geschwollene Lymphknoten, eine vergrößerte Milz, Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit, Fieber, erhöhte Blutungsneigung, Gewichtsabnahme und nächtliches Schwitzen auftreten. Einige Symptome sind eine Folge davon, dass immer mehr gesunde Blutzellen durch die Krebszellen verdrängt werden. Die Ersttherapie richtet sich nach der Art der Erkrankung, dem Alter und der körperlichen Verfassung der betroffenen Patient*in. Die Behandlung umfasst eine Chemotherapie, Immuntherapie, Strahlentherapie oder eine Stammzelltransplantation, oft auch kombiniert. Trotz dieser Behandlungen kann die Krankheit bei einigen Patient*innen zurückkehren (rezidivieren) oder nicht auf die Therapie ansprechen (refraktär), was zu einer schlechten Prognose führt. In diesem Fall kann eine CAR-T-Zelltherapie eine Option sein. CAR-T-Zellen sind körpereigene Immunzellen (T-Zellen), die den betroffenen Patient*innen entnommen und künstlich so verändert werden, dass sie die Krebszellen gezielt erkennen und zerstören, wenn sie wieder per Infusion den Patient*innen zurückgegeben werden. Die Gabe erfolgt dabei meist einmalig.
Ziel der vorliegenden Phase-1/2-Studie ist es, die Wirksamkeit, Sicherheit und optimale Dosis einer neuen CAR-T-Zelltherapie zu untersuchen, welche sich gezielt gegen das CD19-Oberflächenmarker der Krebszellen richtet. Im Rahmen der Studie erhalten alle Patient*innen die CAR-T-Zelltherapie. Zunächst erfolgt eine Vorbehandlung mit Fludarabin und Cyclophosphamid (Chemotherapie) über 3 Tage, um das Immunsystem vorübergehend zu unterdrücken (lymphodepletierende Chemotherapie). Anschließend werden die CAR-T-Zellen einmalig als Infusion verabreicht. In der Phase 1 der Studie wird die Dosis des Medikaments bei verschiedenen Teilnehmenden schrittweise gesteigert, um die maximal verträgliche Dosis zu finden. Die Studie ist nicht verblindet (offen), d.h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welche Behandlung erfolgt. Die Untersuchungen und Nachkontrollen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu 15 Jahre nach der Infusion, wobei die intensive Beobachtungsphase in den ersten Monaten liegt. Es werden die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen untersucht. Zusätzlich wird die Umsetzbarkeit der Gewinnung und Verarbeitung der CAR-T-Zellen vor der Behandlung im klinischen Setting geprüft. Der primäre Endpunkt der Studie ist das Auftreten von therapiebedingten dosislimitierenden Nebenwirkungen in Phase 1 und das Ansprechen in Phase 2.
Patient*innen ab 18 Jahren mit CD19-positiver ALL, chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), follikulärem Lymphom (FL) oder Mantelzell-Lymphom (MCL) können an dieser Studie teilnehmen. Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren mit ALL können ebenfalls an der Studie teilnehmen und werden als separate Gruppe untersucht. Die Erkrankung muss vorbehandelt sein und entweder nicht kontrollierbar sein (refraktär) oder eine erneute Krankheitszunahme (Rezidiv) aufweisen.
Fakten
- Welche Erkrankung: akute lymphatische Leukämie (ALL, ab 3 J.), chronische lymphatische Leukämie (CLL, ab 18 J.), diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL, ab 18 J.), follikuläres Lymphom (FL, ab 18 J.), Mantelzell-Lymphom (MCL, ab 18 J.).
- Krebs-Merkmale: vorbehandelt, rezidiviert oder refraktär, CD19-positiv.
- Was untersucht die Studie: Sicherheit und Wirksamkeit einer neuen CD19-CAR-T-Zelltherapie.
- Ziel der Studie: Bestimmung der optimalen Therapiedosis (Phase 1) und Verbesserung der Therapieoptionen (Phase 2).
- Wie lange dauert die Studie: einmalige Gabe der CAR-T-Zellen, Nachbeobachtung bis zu 15 Jahre (primäre Endpunkte oft früher bewertet, z.B. nach ca. 4 Monaten).
- Studienmerkmale: Phase-1/2-Studie, nicht randomisiert, nicht verblindet (offen).
Studienzentren
1 Studienzentrum in Deutschland ist verzeichnet.
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
69120 Heidelberg
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT03676504) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


