INFORM RegistryRekrutierend

INFORM-Register Studie zur individualisierten Behandlung für Patient*innen mit Rückfall einer bösartigen Erkrankung mit besonderem Fokus auf Kinder und Jugendliche

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
0–40 Jahre
Studienart
Beobachtend
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase IV

Worum geht es in dieser Studie?

Viele Krebserkrankungen können durch moderne Behandlungsmöglichkeiten mittlerweile geheilt werden. Dennoch sind Rückfälle oder fortschreitende Krebserkrankungen weiterhin eine große Herausforderung. Das Ziel der INFORM-REGISTER-Studie ist es, durch molekulargenetische Untersuchungsmethoden Informationen zu Tumoreigenschaften zu sammeln, die gegebenenfalls von den behandelnden Ärzt*innen für weitere Therapieentscheidungen genutzt werden können. An der Studie können Patient*innen von 0 bis 40 Jahren mit vorbehandelter therapieresistenter oder fortschreitender Krebserkrankung teilnehmen, bei denen keine bewährte, auf Heilung abzielende Behandlungsmöglichkeit mehr besteht.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: verschiedene Krebserkrankungen

Alter: 0–40 Jahre

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: keine kurative Behanldungsoption mehr; Erstdiagnose unter 21 Jahren

Zuteilung

Einarmige Studie

Behandlung

ca. 4 Wochen
genetische Analysenaus Gewebeprobe (idR. bereits entnommen); Behandler* innen erhalten gewonnene Informationen

Nachbeobachtung

Ausführliche Beschreibung

Krebs entsteht, wenn sich Zellen unkontrolliert vermehren. In der Behandlung versucht man, das unkontrollierte Wachstum zu unterbrechen und die Erkrankung so einzudämmen. Jedoch können Krebszellen durch Veränderungen (Mutationen) Mechanismen entwickeln, die sie unempfindlich gegenüber Therapien werden lassen und so ungehindert weiterwachsen, man spricht dann von therapierefraktären Tumoren. In solchen Fällen werden weitere bildgebende Untersuchungen wie CT, MRT oder Gewebeanalysen durchgeführt, um herauszufinden, ob sich der Krebs verändert hat und welche Therapie wirksam sein könnte. Je nach Ergebnis wechselt man zu anderen Behandlungsoptionen, etwa zu einer anderen Medikamentengruppe oder einer Kombinationstherapie. Solange eine Heilung möglich erscheint (kurative Behandlung), versucht man, den Krebs vollständig zu beseitigen, während man sich bei nicht heilbaren Erkrankungen darauf konzentriert, die Krankheit zu kontrollieren und die Lebensqualität zu erhalten (palliative Behandlung).

Wenn Standardtherapien nicht mehr ausreichen, können moderne Ansätze wie molekulargenetische Analysen eingesetzt werden, mit denen man die genetischen Veränderungen des Tumors bestimmen und so gezielte Behandlungsoptionen mit speziell darauf abzielenden Medikamenten identifizieren kann. Diese genetischen Untersuchungen sind jedoch bisher nicht Teil der Routineversorgung, da sie teuer, zeitaufwendig und nicht für alle Patient*innen gleichermaßen verfügbar sind.

Das Ziel der INFORM-REGISTER-Studie ist durch spezielle genetische Untersuchungen möglichst umfassende Informationen zu sammeln und dadurch möglicherweise neue Behandlungsansätze vorschlagen zu können. Dafür werden Gewebeproben (Biopsien), die auch standardmäßig entnommen werden, mit hochmodernen Verfahren untersucht und ein genetischer „Fingerabdruck“ jedes einzelnen Tumors erstellt. Die entdeckten Veränderungen des Tumors werden für jede einzelne Patient*in in einer Expertenrunde diskutiert und überprüft, ob durch diese eine individuelle Behandlung möglich ist, also dafür bereits passende Medikamente oder laufende Studien zur Verfügung stehen. Behandelnde Ärzt*innen bekommen Zugriff auf diese Informationen und können sie für weitere Therapieentscheidungen nutzen. Diese Studie ist eine reine Registerstudie, zum Zusammentragen von Informationen, das bedeutet es wird innerhalb der Studie keine neue Behandlung getestet oder eine Therapieempfehlung gegeben.

An der Studie können Patient*innen bis 40 Jahre mit vorbehandelter therapieresistenter oder fortgeschrittener Krebserkrankung teilnehmen. Die Erstdiagnose der Erkrankung muss vor dem Alter von 21 Jahren gestellt worden sein. Bestimmte seltene Krebserkrankungen, wie hochgradige Gliome, dürfen auch direkt nach Erstdiagnose in die Studie aufgenommen werden. Es darf keine Standard-Behandlungsoption mehr geben, durch die Patient*innen geheilt werden könnten.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: seltene oder refraktäre Krebserkrankungen
  2. Krebsmerkmale: keine etablierte kurative Behandlungsoption mehr, Rezidiv oder Refraktär, Erstdiagnose vor dem Alter von 21 Jahren
  3. Was untersucht die Studie: genetische Analyse von Tumorgewebe
  4. Ziel der Studie: Verbesserung der Therapieoptionen für junge Krebspatient*innen; Aufbau eines Versorgungs- und Informationsnetzwerks, systematische Datenerhebung zu genetischen Tumorveränderungen im Rezidiv- oder Refraktärfall
  5. Wie lange dauert die Studie: keine spezifischen Angaben
  6. Studienmerkmale: Register-Studie, genetische Analyse, keine Behandlung im Rahmen der Studie

Studienzentren

14 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Augsburg

    Stenglinstraße 2, 86156 Augsburg

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Bonn

    Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Dresden

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Erlangen

    Maximiliansplatz 2, 91054 Erlangen

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Frankfurt

    Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Freiburg

    Hugstetter Straße 49, 79106 Freiburg

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.