LOBSTER (GBG118)Rekrutierend

Vergleich zwischen der alleinigen Therapie mit Fulvestrant und der Kombination aus Fulvestrant + Capivasertib (neoadjuvant) bei lobulärem Brustkrebs mit hohem Rückfallrisiko

Geschlecht
Frauen
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Erstlinie
Phase
Phase II

Worum geht es in dieser Studie?

Lobulärer Brustkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Milchdrüsenläppchen, die oft schlecht auf eine Chemotherapie anspricht und in der Regel bei Hormonrezeptor-positivem Status zunächst mit einer Antihormontherapie (z.B. Fulvestrant) behandelt wird. Bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs ist die Kombination von Fulvestrant mit Capivasertib bereits zugelassen, sie wurde jedoch noch nicht bei lobulärem Brustkrebs untersucht. Ziel der LOBSTER-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Capivasertib + Fulvestrant im Vergleich zur Therapie mit Fulvestrant allein zu untersuchen. Frauen ab 18 Jahren mit unbehandeltem, Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem, lobulärem Brustkrebs und hohem Rezidivrisiko können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Brustkrebs

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: lobulärer Typ, Hormonrezeptor-positiv; HER2-negativ; Stadium 2A-3, hohes Rezidiv-Risiko

Zuteilung

Randomisierung

Behandlung

ca. 10 Wochen
Capivasertib + FulvestrantCapivasertib über 2 Wochen (400 mg zweimal täglich als Tablette an Tag 1-4 und 8-11); Capivasertib (zweimal täglich für 4 Tage + 3 Tage Pause) + Fulvestrant über 8 Wochen (insgesamt viermal 500 mg als Spritze in den Muskel)
FulvestrantFulvestrant (insgesamt viermal 500 mg als Spritze in den Muskel)

Nachbeobachtung

14 Monate

Ausführliche Beschreibung

Lobulärer Brustkrebs (invasiv lobuläres Mammakarzinom, ILC) ist eine bösartige Erkrankung des Brustgewebes, bei der eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen der Milchdrüsenläppchen vorliegt. Die Therapie der Erkrankung ist von zahlreichen Faktoren abhängig, z.B. dem Allgemeinzustand der Person, der Wachstumsrate des Tumors (Ki-67-Index), nachweisbaren Hormonrezeptoren auf der Oberfläche der Krebszellen (Östrogenrezeptor-, Progesteronrezeptor-positiv) und dem vermehrten Auftreten von HER2-Rezptoren auf den Zellen (HER2-positiv). Sehr wichtig ist auch das Stadium der Erkrankung: Während im lokal begrenzten Stadium (Stadium 1-2A) die Erkrankung auf die Brust begrenzt ist und eine Heilung mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich ist, bedeutet das lokal fortgeschrittene Stadium (Stadium 2B-3B), dass der Tumor bereits größer ist oder Lymphknoten befallen sind. In der Regel wird bei Erkrankungen ohne Metastasen (Fernabsiedelungen in anderen Organen) eine operative Entfernung des Tumors angestrebt. Hormonrezeptor-positive Erkrankungen können zusätzlich mit einer Antihormontherapie (z.B. Fulvestrant) vorbehandelt werden. Ziel dieser Behandlung ist es, das Zellwachstum der Krebszellen zu stoppen und hierdurch den Tumor zu verkleinern. Die Kombination von Fulvestrant mit dem bereits zugelassenen Studienmedikament Capivasertib könnte möglicherweise das Zellwachstum noch effektiver stoppen. Capivasertib ist ein sogenannter Serin/Threonin-Kinase-Hemmer, der verschiedene Signalwege des Stoffwechsels der Krebszellen hemmen kann.

Ziel der vorliegenden Phase-2-Studie ist es, die Wirkung und Sicherheit der Kombinationstherapie mit Capivasertib + Fulvestrant im Vergleich zur Monotherapie mit Fulvestrant an einer ausgewählten Patientinnengruppe zu untersuchen.

Die Patientinnen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in 2 Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 (Studienarm) erhält zunächst Capivasertib für über 2 Wochen und im Anschluss Capivasertib + Fulvestrant für weitere 8 Wochen. Gruppe 2 (Kontrollarm) erhält nur Fulvestrant über 10 Wochen. Vor Beginn der Therapie wird in beiden Gruppen der Ki-67-Index (Wachstumsfaktor) im Tumor nach einer Biopsie (Tumorgewebeentnahme) bestimmt. Im Anschluss erfolgt nochmals eine Biopsie zur erneuten Bestimmung des Ki-67-Index. Die Studie ist nicht verblindet, d.h. ärztliches Personal und Patientin wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Die Behandlungen und Nachuntersuchungen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu 14 Wochen, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch die verschiedenen Medikamente untersucht werden. Entscheidend ist, ob die Behandlung das Zellwachstum (Ki-67-Index) des Tumors verringern konnte.

Frauen ab 18 Jahren mit unbehandeltem, Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem, lobulärem Brustkrebs können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung muss ein erhöhtes Rezidivrisiko aufweisen (Stadium 2A-3).

Fakten

  1. Welche Erkrankung: lobulärer Brustkrebs (in den Milchdrüsenläppchen)
  2. Krebs-Merkmale: Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, unbehandelt, hohes Rezidivrisiko (Stadium 2A-3)
  3. Was untersucht die Studie: Bewertung von Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Kombinationstherapie Capivasertib + Fulvestrant
  4. Ziel der Studie: Prüfen, ob die Kombinationstherapie das Zellwachstum der Krebszellen effektiver hemmen kann als die Einzeltherapie mit Fulvestrant
  5. Wie lange dauert die Studie: bis zu ca. 14 Wochen
  6. Studienmerkmale: Phase-2, randomisiert, nicht verblindet

Studienzentren

48 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Haematologie-Onkologie im Zentrum MVZ GmbH

    Halderstrasse 29, 86150 Augsburg

    Rekrutierend
  • Klinikum Bamberg

    Bamberg

    Rekrutierend
  • Sozialstiftung Bamberg

    Buger Strasse 80, 96049 Bamberg

    Status unbekannt
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Berlin

    In Vorbereitung
  • Praxisklinik Krebsheilkunde Fuer Frauen

    Moellendorffstrasse 52, 10367 Berlin

    Status unbekannt
  • Onkologische Schwerpunktpraxis

    Teutoburger Straße 60, 33604 Bielefeld

    Status unbekannt

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06607757) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.