Neues Medikament (Nemtabrutinib) zur Behandlung verschiedener B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase II
Worum geht es in dieser Studie?
B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind bösartige Erkrankungen des Lymphsystems, für die in bestimmten Fällen eine Therapie mit einem sog. Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer (BTK-Inhibitor) eine Behandlungsoption darstellt. BTK greifen gezielt in den Stoffwechsel der Krebszellen ein und hemmen deren Wachstum. Diese Studie untersucht die beste Dosierung, Sicherheit und Wirksamkeit eines neuen BTK-Inhibitors mit der Bezeichnung Nemtabrutinib (MK-1026). Frauen und Männer ab 18 Jahren mit bestimmten NHL können an dieser Studie teilnehmen, darunter die chronisch lymphatische Leukämie (CLL/SLL), das Richter-Syndrom, das Marginalzonenlymphom (MZL), das Mantelzelllymphom (MCL), das Follikuläre Lymphom (FL) sowie die Waldenström-Makroglobulinämie (WM).
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: vorbehandelt, verschiedene NHL: CLL/SLL, MZL, MCL, FL, Richter-Syndrom, Waldenström-Makroglobulinämie
Zuteilung
Einarmigen Studie
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: vorbehandelt, verschiedene NHL: CLL/SLL, MZL, MCL, FL, Richter-Syndrom, Waldenström-Makroglobulinämie
Einarmigen Studie
Ausführliche Beschreibung
B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems und betreffen B-Lymphozyten, eine Unterform der weißen Blutzellen, die zum Immunsystem gehören. NHL ist ein Überbegriff für eine Gruppe an Erkrankungen, welche zwar durch die gleichen entarteten Zellen bedingt sind, aber unterschiedliche Eigenschaften haben. Hierzu gehören unter anderem: Marginalzonenlymphom (MZL), Follikuläres Lymphom (FL), Mantelzelllymphom (MCL), chronisch lymphatische Leukämie (CLL), kleinzelliges lymphozytisches Lymphom (SLL) und Waldenström-Makroglobulinämie (WM). Das Richter-Syndrom (RS) beschreibt die Umwandlung einer CLL in ein deutlich aggressiveres Lymphom. Zu den häufigsten Symptomen zählen geschwollene Lymphknoten, eine vergrößerte Milz, Müdigkeit, Erschöpfung, Fieber, Nachtschweiß und eine Gewichtsabnahme. Die Therapie richtet sich unter anderem nach der Art der Erkrankung und dem Alter sowie der körperlichen Verfassung der betroffenen Patient*in. Derzeit umfasst die Standardbehandlung für NHL eine Immunchemotherapie oder eine Therapie mit Medikamenten, die speziell Strukturen in den bösartigen Zellen hemmen. Hierunter fällt zum Beispiel die Therapie mit einem Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer (BTK-Inhibitor), der gezielt das Zellwachstum hemmt und so das Absterben der Zellen bewirkt.
Diese Phase-1/2-Studie untersucht die Sicherheit, Wirksamkeit und die sicherste und wirksamste Dosis von Nemtabrutinib (MK-1026). Nemtabrutinib ist ein neuartiger BTK-Inhibitor. Das Medikament ist noch nicht zur Behandlung zugelassen. In der Phase 1a der Studie wird die Dosis schrittweise erhöht. Dabei werden die Patient*innen engmaschig kontrolliert und das Auftreten von Nebenwirkungen untersucht. In Phase 1b und 1c erhalten weitere Patient*innen das Medikament nach diesem Schema, und es wird eine optimale Medikamentendosis für die weiterführende Behandlung bestimmt (Phase 1 ist bereits abgeschlossen). In Phase 2 wird diese Dosis innerhalb einer größeren Patient*innengruppe (aufgeteilt in 8 Kohorten je nach Erkrankung und Vorbehandlung) untersucht. Die Studie ist nicht verblindet (offen), d. h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welches Medikament eingenommen wird. Die Behandlung und die Nachkontrollen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu 5 Jahre, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch die verschiedenen Medikamentendosen untersucht werden. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie wieder fortschreitet (maximal 6 Jahre Beobachtung). In der Phase 2 der Studie wird vor allem die Wirkung in Form der Gesamtansprechrate betrachtet.
An der Studie können erwachsene Patient*innen ab 18 Jahren teilnehmen, die eine bestätigte Diagnose von bestimmten B-Zell-Lymphomen haben. Dazu zählen unter anderem chronische lymphatische Leukämie (CLL), kleines lymphozytisches Lymphom (SLL), Mantelzelllymphom (MCL), follikuläres Lymphom (FL), Marginalzonenlymphom (MZL), die Waldenström-Makroglobulinämie (WM) sowie Richter-Syndrom. Alle Patient*innen müssen zuvor mindestens eine systemische Therapie erhalten haben und nun wieder Krankheitsaktivität aufweisen. Für bestimmte Gruppen, wie Patient*innen mit FL, MZL oder WM, sind sogar mindestens zwei Vortherapien erforderlich, um teilnehmen zu dürfen. Außerdem dürfen keine Symptome oder aktive Ausbreitung der Krankheit im zentralen Nervensystem (ZNS) vorliegen – Patient*innen mit ZNS-Beteiligung sind ausgeschlossen. Auch eine vorherige Therapie mit Nemtabrutinib oder ähnlichen Wirkstoffen, bekannte Allergien gegen Bestandteile des Medikaments, aktive Infektionen (einschließlich HIV oder Hepatitis B/C) sowie schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen schließen eine Teilnahme aus.
Fakten
- Welche Erkrankung: Marginalzonenlymphom (MZL), Follikuläres Lymphom (FL), chronische lymphatische Leukämie (CLL), kleinzelliges lymphozytisches Lymphom (SLL), Morbus Waldenström (WM), Mantelzelllymphom (MCL), Richter-Syndrom (RS).
- Krebs-Merkmale: Erneute Krankheitsaktivität (Rezidiv) oder kein Ansprechen auf Therapie (Refraktär).
- Was untersucht die Studie: Sicherheit und Wirksamkeit von Nemtabrutinib (MK-1026), einem neuen BTK-Hemmer.
- Ziel der Studie: Bestimmung der sichersten und wirksamsten Dosis von Nemtabrutinib und Bewertung der Wirksamkeit in verschiedenen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen.
- Wie lange dauert die Studie: ca. 6 Jahre.
- Studienmerkmale: Phase 1/2 (Dosis-Eskalation und Kohorten-Expansion), nicht verblindet (offen), nicht randomisiert. Phase 1 ist bereits abgeschlossen.
Studienzentren
4 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Fetscherstraße 74, 01307 Dresden
RekrutierendUniversitätsklinikum Köln (AöR)
Kerpener Str. 62, 50937 Köln
RekrutierendSt. Marien-Krankenhaus Siegen
Kampenstraße 51, 57072 Siegen
GeschlossenUniversitätsklinikum Ulm
Ulm
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04728893) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


