Bringt eine Therapie mit Pembrolizumab (Checkpoint-Inhibitor) einen zusätzlichen Nutzen bei verschiedenen bereits vorbehandelten Tumorerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- 0–17 Jahre
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase I/II
Worum geht es in dieser Studie?
Pembrolizumab ist ein sogenannter Checkpoint-Inhibitor – eine spezielle Form der Immuntherapie, die bereits für verschiedene Krebserkrankungen zugelassen ist, auch bei Kindern. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Erfahrungen dennoch bisher begrenzt. Ziel der Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter zu untersuchen. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche zwischen 6 Monaten und 18 Jahren mit fortgeschrittenen soliden Tumoren (z. B. Nierenkrebs), Hautkrebs (Melanom) oder Blutkrebs (Lymphom). Voraussetzung ist, dass die Erkrankung zuvor bereits behandelt wurde und erneut aufgetreten ist (Rezidiv) oder nicht auf die Standardtherapie anspricht (refraktär). Eine Beteiligung des zentralen Nervensystems darf nicht vorliegen.
Ausführliche Beschreibung
Krebserkrankungen entstehen durch das unkontrollierte Wachstum von Tumorzellen, die gesunde Zellen verdrängen und zerstören können. Man spricht von soliden Tumoren, wenn ein Organ oder Gewebe betroffen ist (z. B. Niere). Bösartige Tumorerkrankungen können auch das Blut und blutbildende System betreffen – in diesem Fall spricht man von einer malignen hämatologischen Erkrankung. Hierbei können unter anderem Lymphozyten betroffen sein. Hierbei können unter anderem Lymphozyten betroffen sein – eine Untergruppe der weißen Blutzellen, die zur Immunabwehr gehören. Eine Aufgabe des Immunsystems ist es, diese veränderten Zellen im Körper zu erkennen und zu bekämpfen. Durch verschiedene Mechanismen sind Krebszellen jedoch in der Lage, sich vor der Erkennung durch das Immunsystem zu schützen. Krebszellen können unter anderem an Immunzellen des Körpers binden und diese ausschalten, wodurch sie nicht mehr vom Immunsystem erkannt werden und sich auf diese Weise ungestört weiter vermehren können. Pembrolizumab ist ein Immuntherapie-Medikament, welches als Antikörper diese Bindungsstelle auf den Immunzellen, den sogenannten PD-1-Rezeptor, blockiert. Dadurch hilft dieser Wirkstoff dem Immunsystem dabei, die Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Das Medikament ist bereits für zahlreiche Formen dieser bösartigen Tumorerkrankungen zugelassen und in verschiedenen Studien untersucht worden. Es ist teilweise hoch-effektiv, so dass bösartige Erkrankungen für lange Zeit oder sogar dauerhaft unter Kontrolle gehalten werden können, auch bei alleiniger Therapie mit Pembrolizumab. Bei Kindern und Jugendlichen liegen allerdings bisher nur eingeschränkt Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vor, insbesondere in Situationen, in denen bereits Vorbehandlungen erfolgt sind, die Erkrankung nun aber wieder aktiv ist (Rezidiv) oder nicht auf eine Standardtherapie anspricht (refraktär).
Diese Phase-1/2-Studie untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab als alleinige Therapie bei Kindern. Pembrolizumab wird über eine Infusion alle 3 Wochen für bis zu 2 Jahre bzw. bis zum Fortschreiten der Erkrankung gegeben. Die Studie ist nicht verblindet (offen), d. h. ärztliches Personal und Patient*innen wissen, welches Medikament eingenommen wird. Die Untersuchung im Rahmen dieser Studie erfolgt für bis zu 10 Jahre, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch das Medikament untersucht werden. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie wieder fortschreitet. Der primäre Endpunkt der Studie ist die Gesamtansprechrate.
Patient*innen zwischen 6 Monaten, bzw. 3 bzw. 12 Jahren (je nach Krebsart) und 18 Jahren mit bösartigem solidem Tumor, Hautkrebs (Melanom) oder Lymphomen (Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphom) können an der Studie teilnehmen. Es darf dabei keine Beteiligung des zentralen Nervensystems vorliegen.
Fakten
- Welche Erkrankung: fortgeschrittene solide Tumoren, Melanom, Lymphome (Hodgkin und Non-Hodgkin) bei Kindern/Jugendlichen .
- Krebs-Merkmale: vorbehandelt, fortgeschritten/rezidiviert/refraktär, keine Standardtherapie mehr verfügbar, PD-L1 positiv.
- Was untersucht die Studie: Wirkung einer Immuntherapie (Checkpoint-Inhibitor, Medikament: Pembrolizumab) als alleinige Therapie bei Kindern und Jugendlichen.
- Ziel der Studie: Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit (Ansprechrate) von Pembrolizumab in dieser Patient*innengruppe.
- Wie lange dauert die Studie: Behandlung bis zu 2 Jahre, Nachbeobachtung bis zu 10 Jahre.
- Studienmerkmale: Phase 1/2, eine Behandlungsgruppe (Monotherapie), nicht randomisiert, nicht verblindet (offen).
Studienzentren
4 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55, 45147 Essen
In VorbereitungUniversitätsklinikum Münster
48149 Muenster
RekrutierendMSD Sharp & Dohme GmbH
München
RekrutierendUniversitätsklinikum Tübingen
72076 Tübingen
Rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT02332668) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


