Vergleich der Favezelimab/Pembrolizumab (MK-4280A) Therapie mit einer Standardchemotherapie bei Patient*innen mit rezidiviertem oder refraktärem klassischen Hodgkin-Lymphom nach PD-(L)1-Therapie
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase III
Worum geht es in dieser Studie?
Das klassische Hodgkin-Lymphom (cHL) ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems, dessen Therapie bei erfolgloser Erstbehandlung intensiviert werden muss. Ziel der MK-4280A-008-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie des neuen Medikaments Favezelimab mit Pembrolizumab im Vergleich zur Standardtherapie zu untersuchen. Patient*innen ab 18 Jahren mit klassischem Hodgkin-Lymphom können an dieser Studie teilnehmen.
Ausführliche Beschreibung
Das klassische Hodgkin-Lymphom (cHL) ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems, bei der Lymphozyten, eine Unterform der weißen Blutzellen, die zum Körper-Abwehrsystem gehören, entarten. Zu den häufigsten Symptomen zählen angeschwollene Lymphknoten, Fieber, Nachtschweiß, eine Gewichtsabnahme und Juckreiz. Diese Krebsart betrifft oft junge Erwachsene und ist in frühen Stadien oft behandelbar. Die genauen Ursachen sind unklar, aber genetische Faktoren und Infektionen wie das Epstein-Barr-Virus können eine Rolle spielen. Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit vom Stadium und der Risikoklassifikation der Erkrankung. Im Anschluss wird eine Bildgebung mittels PET-CT-Scan durchgeführt. Falls hierbei verbleibend Krebszellen erkenntlich sind, wird eine zusätzliche Strahlentherapie durchgeführt. Kommt es nach dieser Therapie zur erneuten Krankheitszunahme (Rezidiv), wird eine Reinduktionstherapie mit beispielsweise DHAP (Dexamthesaon, Cytarabin und Cisplatin), Bendamustin, Gemcitabine oder ICE (Ifosamid, Carboplatin und Etoposid) und eine Hochdosischemotherapie gefolgt von einer Stammzelltransplantation eigener Stammzellen (autolog) empfohlen.
Ziel der vorliegenden Phase-3-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit Favezelimab und Pemprolizumab im Vergleich zu einer standardmäßigen Chemotherapie an einer größeren Zahl von Patient*innen zu untersuchen. Bei beiden Medikamenten handelt es sich um eine Immuntherapie in Form von Antikörpern. Favezelimab blockiert das LAG-3-Protein und Pembrolizumab das PD-1-Protein. Beide Proteine hemmen normalerweise die Aktivität des Immunsystems. Durch die Blockierung dieser Proteine soll das Immunsystem Krebszellen effektiver bekämpfen. Pembrilozumab ist für die Behandlung eines cHL bereits zugelassen. Favezelimab wurde bisher noch nicht zugelassen.
Die Teilnehmer*innen werden im Rahmen der Studie zufällig (randomisiert) in 2 Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 erhält die Kombinationstherapie aus Favezelimab und Pemprolizumab als Infusion über einen venösen Zugang. Insgesamt werden im Abstand von 3 Wochen bis zu 35 Infusionen verabreicht. Gruppe 2 erhält entweder eine Chemotherapie mit Bendamustin als Infusion an Tag 1 und 2 eines 3-4 wöchigen Zyklus‘ (für bis zu 6 Zyklen) oder mit Gemcitabin als Infusion an Tag 1 und 8 eines 3-wöchigen Zyklus‘ (für bis zu 6 Zyklen). Die Studie ist nicht verblindet, d.h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Die Behandlungen und Nachkontrollen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu ca. 3,5 Jahre, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch die verschiedenen Medikamente untersucht werden. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie wieder zunimmt. In erster Linie untersucht die Studie ist die Überlebensrate ohne Fortschritt der Erkrankung und die Gesamtüberlebensrate.
Patient*innen ab 18 Jahren mit klassischem Hodgkin-Lymphom können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung muss nach PD-(L)1-Inhibitor-Therapie eine erneute Krankheitszunahme (Rezidiv) aufweisen oder nicht kontrollierbar (refraktär) sein.
Fakten
- Welche Erkrankung: Klassisches Hodgkin-Lymphom (cHL)
- Krebs-Merkmale: erneute Krankheitszunahme (Rezidiv) oder nicht kontrollierbar (refraktär) nach PD-(L)1-Inhibitor-Therapie
- Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit von Favezelimab/Pembrolizumab
- Ziel der Studie: Verlängerung des progressionsfreien Überlebens
- Wie lange dauert die Studie: Ca. 3,5 Jahre
- Studienmerkmale: Zwei Behandlungsarme, randomisiert, nicht verblindet, Phase 3
Studienzentren
7 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Fetscherstrasse 74, 01307 Dresden
Status unbekanntUniversitätsklinikum Essen
45147 Essen
Status unbekanntUniversitätsklinikum Köln (AöR)
Kerpener Strasse 62, 50937 Köln
Aktiv, nicht rekrutierendUniversitätsklinikum Leipzig AöR
Liebigstrasse 22, 04103 Leipzig
Status unbekanntUniversitätsklinikum Münster
Gebaeude A1 Albert-Schweitzer-Campus 1, 48149 Muenster
Status unbekanntKlinikum Stuttgart
Kriegsbergstrasse 60, 70174 Stuttgart
Status unbekannt
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT05508867) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


