NEUTROFLOW

Bluttest zur Vorhersage des Ansprechens auf Immuntherapie bei verschiedenen fortgeschrittenen Krebserkrankungen

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Beobachtend
Therapielinie
Erstlinie
Phase

Worum geht es in dieser Studie?

Bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen wird häufig eine Behandlung mit sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren eingesetzt, wobei jedoch nicht alle Patient*innen gleichermaßen auf diese Therapie ansprechen. Ziel der NEUTROFLOW-Studie ist es, einen Bluttest zu entwickeln, der anhand bestimmter weißer Blutzellen (sogenannter Ly6Ehi-Neutrophiler) vorhersagen soll, ob Patient*innen von einer solchen Immuntherapie profitieren könnten. Frauen und Männer ab 18 Jahren mit einer neu diagnostizierten fortgeschrittenen Krebserkrankung, bei denen eine Erstlinientherapie mit einem Immun-Checkpoint-Inhibitor (PD-(L)1-Hemmer) geplant ist, können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC), Melanom, Kopf-Hals-Karzinom (HNSCC), Nierenzellkarzinom (RCC) oder triple-negativer Brustkrebs (TNBC)

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: Fortgeschritten/metastasiert (Stadium 3/4); Erstlinientherapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren

Zuteilung

Stratifizierung anhand von Markern

Behandlung

Entnahme einer BlutprobePatient*innen mit inoperablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) im Stadium 4 oder 3
Entnahme einer BlutprobePatient*innen mit malignem Melanom im Stadium 4 oder 3b-d
Entnahme einer BlutprobePatient*innen mit Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) im Stadium 4
Entnahme einer BlutprobePatient*innen mit Nierenzellkarzinom (RCC) im Stadium 4
Entnahme einer BlutprobePatient*innen mit triple-negativem Brustkrebs (TNBC) im Stadium 4

Nachbeobachtung

24 Monate

Ausführliche Beschreibung

Bei verschiedenen fortgeschrittenen Krebserkrankungen stellt die Immuntherapie mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren eine wichtige Behandlungsoption dar. Immun-Checkpoint-Inhibitoren sind Medikamente, die bestimmte „Bremsen“ des Immunsystems lösen. PD-1 ist ein Eiweiß auf bestimmten Immunzellen, PD-L1 kann unter anderem auf Tumorzellen vorkommen. Wenn PD-L1 an PD-1 bindet, wird die Immunzelle gebremst. PD-1/PD-L1-Hemmer blockieren diese Verbindung, sodass Immunzellen Krebszellen besser erkennen und bekämpfen können. Allerdings sprechen nicht alle Patient*innen gleichermaßen auf diese Therapie an. Bisher steht als Testverfahren die Bestimmung der Menge des PD-L1-Proteins anhand einer Gewebeprobe des Tumors zur Verfügung. Diese Methode ermöglicht jedoch nur eine begrenzte Vorhersagegenauigkeit, ob Patient*innen von der Behandlung profitieren und ist zudem mit einem invasiven Vorgehen verbunden.

Ziel der vorliegenden Beobachtungsstudie ist es zu untersuchen, ob ein bestimmter Typ weißer Blutzellen, die sogenannten Ly6Ehi-Neutrophilen, als Biomarker im Blut geeignet sind, das Ansprechen auf eine Immuntherapie vorherzusagen. Dazu wird den Patient*innen vor Beginn ihrer geplanten Immuntherapie einmalig eine Blutprobe entnommen. Mithilfe eines speziellen Laborverfahrens, der Durchflusszytometrie, wird die Anzahl der Ly6Ehi-Neutrophilen im Blut bestimmt. Ein computergestütztes Vorhersagemodell soll anschließend anhand dieser Werte berechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass die Patient*innen von der Immuntherapie profitieren. Die Studie gliedert sich in zwei Phasen: In der ersten Phase wird das Vorhersagemodell entwickelt und trainiert, in der zweiten Phase wird überprüft, ob die Vorhersagen des Modells mit dem tatsächlichen Krankheitsverlauf der Patient*innen übereinstimmen. Die Patient*innen erhalten im Rahmen dieser Studie keine zusätzliche Behandlung, die Immuntherapie und Diagnostik erfolgt unabhängig von der Studie nach dem jeweiligen Behandlungsstandard der Krebserkrankung. Die Studie umfasst fünf Kohorten, jeweils für eine der genannten Krebserkrankungen. Die Beobachtungsdauer beträgt bis zu 24 Monate nach Therapiebeginn.

Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem bzw. metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), Melanom, Kopf-Hals-Karzinom (HNSCC), Nierenzellkarzinom (RCC) oder triple-negativem Brustkrebs (TNBC), die gemäß den aktuellen Standardtherapien eine Erstlinienbehandlung mit einem PD-(L)1-Hemmer erhalten sollen, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Voraussetzung für die Teilnahme ist unter anderem ein ausreichend guter Allgemeinzustand sowie eine normale Blutbild-, Nieren- und Leberfunktion.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC), malignes Melanom, triple-negativer Brustkrebs (TNBC), Nierenzellkarzinom (RCC), Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom (HNSCC)
  2. Krebsmerkmale: fortgeschritten/metastasiert (Stadium 3 oder 4 in Abhängigkeit von der Krebserkrankung), bisher unbehandelt (vor Beginn einer Erstlinien-Immuntherapie)
  3. Was untersucht die Studie: Prüfen, ob ein Bluttest auf Ly6Ehi-Neutrophile das Ansprechen auf eine Immuntherapie mit PD-(L)1-Hemmern vorhersagen kann
  4. Ziel der Studie: Entwicklung und Validierung eines Vorhersagemodells für den klinischen Nutzen einer Immuntherapie
  5. Studiendauer: voraussichtlich bis Mai 2028, Beobachtung der Patient*innen bis zu 24 Monate nach Therapiebeginn
  6. Studienmerkmale: Beobachtungsstudie (keine Intervention), prospektiv, multizentrisch, fünf Kohorten

Studienzentren

1 Studienzentrum in Deutschland ist verzeichnet.

  • Universitätsklinikum Heidelberg

    69120 Heidelberg

    Status unbekannt

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT07246759) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.