ODYSSEYRekrutierend

Auswirkungen wiederholter gadoliniumbasierter Kontrastmittelgaben auf Bewegungsfähigkeit und geistige Leistungsfähigkeit

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
18–64 Jahre
Studienart
Interventionell
Therapielinie
alle
Phase
Phase IV

Worum geht es in dieser Studie?

Für bildgebende Untersuchungen wie die Magnetresonanztomographie (MRT) werden häufig gadoliniumbasierte Kontrastmittel eingesetzt, um Organe und Gewebe besser sichtbar zu machen. Ziel der ODYSSEY-Studie ist es, zu untersuchen, ob die wiederholte Gabe gadoliniumbasierter Kontrastmittel über einen Zeitraum von fünf Jahren die Bewegungsfähigkeit (motorische Funktion) und die geistige Leistungsfähigkeit (kognitive Funktion) beeinflusst. Frauen und Männer im Alter von 18 bis 64 Jahren, die aufgrund einer bestehenden Erkrankung regelmäßig bildgebende Untersuchungen benötigen und neurologisch gesund sind, können an dieser Studie teilnehmen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Erkrankungen, die regelmäßige MRT Untersuchungen erfordern

Alter: 18–64 Jahre

Zuteilung

Stratifizierung anhand von Markern

Behandlung

Lineares gadolinium-basiertertes Kontrastmittel (GBCA) vor MRTEovist/ Primovist, MultiHance oder Omniscan, mindestens 7 Termine für motorische und kognitive Tests und Urinprobe
Makrozyklisches gadolinium-basiertertes Kontrastmittel (GBCA) vor MRTGadavist/ Gadovist, Dotarem, Magnescope oder ProHance, mindestens 7 Termine für motorische und kognitive Tests und Urinprobe
Kein Gadolinium-haltiges Kontrastmittel vor MRTmindestens 7 Termine für motorische und kognitive Tests und Urinprobe

Nachbeobachtung

60 Monate

Ausführliche Beschreibung

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebedes Verfahren, das ohne Röntgenstrahlen arbeitet und detaillierte Aufnahmen des Körperinneren ermöglicht. Um bestimmte Strukturen besser darstellen zu können, wird vor der Untersuchung ein Kontrastmittel über eine Vene (intravenös) verabreicht. Gadoliniumbasierte Kontrastmittel enthalten das Metall Gadolinium, das nach der Anwendung in geringen Mengen im Körper verbleiben kann. Ob diese Ablagerungen langfristig Auswirkungen auf die Gesundheit haben, ist bisher nicht abschließend geklärt.

Ziel der vorliegenden Phase-4-Studie ist es, über einen Zeitraum von fünf Jahren zu untersuchen, ob wiederholte Kontrastmittelgaben die motorischen oder kognitiven Fähigkeiten von Patient*innen beeinflussen. Es werden zwei Arten von gadoliniumbasierten Kontrastmitteln verglichen: lineare Kontrastmittel, bei denen das Gadolinium in einer kettenförmigen Struktur gebunden ist, und makrozyklische Kontrastmittel, bei denen das Gadolinium in einer ringförmigen Struktur eingeschlossen ist und daher als stabiler gilt. Die Patient*innen werden nicht zufällig zugeteilt, sondern entsprechend des in der klinischen Versorgung bereits verwendeten Kontrastmittels einem von drei Studienarmen zugeordnet: einem Studienarm mit linearen Kontrastmitteln, einem Studienarm mit makrozyklischen Kontrastmitteln oder einem Kontrollarm ohne Kontrastmittelgabe. Patient*innen im Kontrollarm dürfen zuvor noch kein gadoliniumbasiertes Kontrastmittel erhalten haben. Während des gesamten Studienzeitraums werden jährlich eine MRT-Untersuchung oder anderen bildgebenden Untersuchungen (wie CT oder Röntgen) durchgeführt. Zusätzlich erfolgen Untersuchungen der Bewegungsfähighkeit und der geistigen Leistungsfähigkeit, sowie Blut- und Urinuntersuchungen zur Messung der Gadoliniumkonzentration im Körper. Zu Beginn und am Ende der Studie wird bei allen Patient*innen eine MRT-Untersuchung des Gehirns ohne Kontrastmittel durchgeführt.

Teilnehmen können Patient*innen zwischen 18 und 64 Jahren, die aufgrund einer bestehenden Erkrankung mindestens einmal jährlich eine bildgebende Untersuchung benötigen. Dazu zählen unter anderem Brustkrebsvorsorge, Prostataüberwachung, chronische Lebererkrankungen, kolorektale Tumoren, neuroendokrine Tumoren und Pankreaszysten. Voraussetzung ist außerdem, dass keine neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen vorliegen, die die Testergebnisse beeinflussen könnten.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: verschiedene Erkrankungen mit Bedarf an regelmäßiger Bildgebung (z. B. Brustkrebsvorsorge, Prostataüberwachung, chronische Lebererkrankungen, kolorektale Tumoren, neuroendokrine Tumoren, Pankreaszysten)
  2. Krebsmerkmale: keine Vorgaben
  3. Was untersucht die Studie: Einfluss wiederholter gadoliniumbasierter Kontrastmittelgaben auf motorische und kognitive Funktionen
  4. Ziel der Studie: Untersuchung möglicher Auswirkungen von Kontrastmittelablagerungen auf Bewegungsfähigkeit und geistige Leistungsfähigkeit
  5. Wie lange dauert die Studie: 5 Jahre
  6. Studienmerkmale: Phase-4-Studie, nicht randomisiert, offen, drei Studienarme (linear, makrozyklisch, Kontrollarm ohne Kontrastmittel)

Studienzentren

2 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.

  • Vivantes - Netzwerk fuer Gesundheit GmbH

    Rudower Strasse 48, 12351 Berlin

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Tübingen

    72076 Tübingen

    Aktiv, nicht rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04373564) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.