OLYMPIA-5Rekrutierend

Der bispezifische Antikörper Odronextamab ist bereits bei follikulärem Lymphom (FL) zugelassen – Bringt die Kombination mit Lenalidomid einen Zusatznutzen bei vorbehandeltem FL oder Marginalzonenlymphom

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Interventionell
Therapielinie
Rezidiv / refraktär
Phase
Phase III

Worum geht es in dieser Studie?

B-Zell-Lymphome wie das follikuläre Lymphom (FL) und das Marginalzonenlymphom (MZL) gehören zu den Non-Hodgkin-Lymphomen und sind bösartige Erkrankungen des Lymphsystems. Odronextamab ist ein bispezifischer Antikörper, der zugleich an Krebszellen und Immunzellen bindet und so eine gezielte Immunreaktion gegen die Tumorzellen auslöst. Für das FL ist Odronextamab bereits zugelassen. Bisher nicht untersucht ist die Wirkung in Kombination mit Lenalidomid, einem ebenfalls zugelassenen Medikament. Ziel der OLYMPIA-5-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Odronextamab in Kombination mit Lenalidomid mit der derzeitigen Standardtherapie (Rituximab + Lenalidomid) zu vergleichen. Teilnehmen können Patient*innen ab 18 Jahre mit FL oder MZL, bei denen die Erkrankung nach vorheriger Therapie erneut aufgetreten ist (Rezidiv) oder nicht angesprochen hat (refraktär).

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Indolentes B-Zell-Lymphom

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär

Wichtige Einschlusskriterien: Follikuläres Lymphom (Stadium 1-3a); Marginalzonenlymphom; mind. 1 vorherige Therapielinie

Zuteilung

Randomisierung

Behandlung

ca. 260 Wochen
Odronextamab + Lenalidomid Dosisfindung; nicht randomisiert
Odronextamab + Lenalidomid nach erfolgter Dosisfindung; Vergleich mit Standardbehandlung
Rituximab + Lenalidomidrandomisierte Zuteilung (1:1)

Nachbeobachtung

60 Monate

Ausführliche Beschreibung

Follikuläres Lymphom (FL) und Marginalzonenlymphom (MZL) sind zwei Arten von bösartigen Erkrankungen, die aus B-Zellen entstehen, einer Unterart der weißen Blutzellen, die Teil des Immunsystems sind. Beide gehören zu den so genannten Non-Hodgkin-Lymphomen und betreffen das Lymphsystem, das eine zentrale Rolle in der Abwehr von Krankheiten spielt. Beide sind langsam wachsende B-Zell-Lymphome, unterscheiden sich aber in ihrem Ursprungsort und einigen biologischen Merkmalen. FL und MZL entstehen aus B-Zellen, einer Untergruppe der weißen Blutzellen, die zur Immunabwehr gehören. Beide Lymphome sind langsam wachsend, unterscheiden sich jedoch in ihrem Ursprungsort und bestimmten biologischen Eigenschaften. Die Behandlung beider Erkrankungen richtet sich nach dem Stadium (Ausdehnung der Erkrankung), den Beschwerden und dem Gesundheitszustand der Patient*innen. Die Standardtherapie besteht meist aus Immuntherapie mit Rituximab und eine klassische Chemotherapie oder Bestrahlung. Bei erneuter Krankheitsaktivität (Rezidiv) oder unzureichendem Therapieansprechen (refraktär) können weitere Ansätze wie die CAR-T-Zelltherapie oder die Behandlung mit Lenalidomid eingesetzt werden. Lenalidomid wirkt, indem es das Immunsystem aktiviert die Krebszellen anzugreifen, und hemmt gleichzeitig das Wachstum der Tumorzellen. Eine neue Therapieform stellen bispezifische Antikörper wie Odronextamab dar. Diese können gleichzeitig zwei Zielstrukturen binden – eine auf der Tumorzelle und eine auf der Immunzelle – und so eine gezielte Immunantwort auslösen. Es gibt bereits eine Reihe von Medikamenten dieser Art, die für die Behandlung von verschiedenen Erkrankungen zugelassen sind – Odronextamab ist bereits für das follikuläre Lymphom zugelassen.

Ziel der OLYMPIA-5 Studie ist es zu untersuchen, ob die Kombination aus Odronextamab mit Lenalidomid im Vergleich zur Standardtherapie mit Rituximab und Lenalidomid bei der Behandlung eines FL oder MZL wirksamer und sicherer ist. Die Medikamente (Odronextamab, Rituximab, Lenalidomid) sind bereits zugelassen, für die Situation und Kombination, in der sie hier getestet werden, existiert allerdings noch keine Zulassung. Die Behandlung ist also experimentell. Im ersten Teil der Studie (Phase 1b) erhalten alle Patient*innen nur die experimentelle Behandlung (Odronextamab mit Lenalidomid), um die optimale Dosis zu ermitteln. Im zweiten Teil (Phase 3) werden dann mit der ermittelten optimalen Dosis die beiden Behandlungsoptionen (Odronextamab + Lenalidomid gegen Rituximab + Lenalidomid) verglichen. Dafür werden Patient*innen zufällig (randomisiert) in einen der beiden Behandlungsarme eingeteilt. Die Studie beobachtet Patient*innen für einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren während und nach der Behandlung.

An der Studie können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit follikulärem Lymphom oder Marginalzonenlymphom teilnehmen, die bereits mindestens eine Therapielinie erhalten haben, diese aber unwirksam war (refraktär) oder es zu einem Rückfall gekommen ist (Rezidiv). Die vorherige Behandlung sollte einen CD20-Antikörper (z.B. Rituximab) beinhaltet haben. Das follikuläre Lymphom muss im Stadium 1-3a sein, und es darf keine Gehirnbeteiligung vorhanden sein.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Follikuläres Lymphom (FL) und Marginalzonenlymphom (MZL).
  2. Krebsmerkmale: vorbehandlet (CD20-Antikörper), rezidiviert oder refraktär, follikuläres Lymphom Stadium 1-3a.
  3. Was untersucht die Studie: Teil 1: Dosis-Ermittlung der Kombination der Medikamente Odronextamab und Lenalidomid, Teil 2: Vergleich dieser Kombination mit Standardbehandlung (Rituximab und Lenalidomid).
  4. Ziel der Studie: Verbesserung der Therapieoptionen bei FL und MZL durch das neue Medikament Odronextamab in Kombination mit Lenalidomid.
  5. Wie lange dauert die Studie: Beobachtung bis zu 5 Jahre.
  6. Studienmerkmale: Phase-1b/3-Studie, Teil 1 Dosisfindung (einarmig), Teil 2 Vergleich mit Standardtherapie (zweiarmig, randomisiert), alle eingesetzten Medikamente sind bereits einzeln zugelassen.

Studienzentren

11 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Essen

    Essen

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Halle (Saale)

    Halle (Saale)

    Rekrutierend
  • Städtisches Krankenhaus Kiel GmbH

    Chemnitzstrasse 33, 24116 Kiel

    Rekrutierend
  • Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Langenbeckstrasse 1, 55131 Mainz

    Rekrutierend
  • Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

    Ismaninger Strasse 22, 81675 München

    Aktiv, nicht rekrutierend
  • LMU Klinikum

    München

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06149286) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.