Vorbehandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs vor der Operation: Kann eine Chemotherapie vor der operativen Entfernung das Behandlungsergebnis verbessern?
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Erstlinie
- Phase
- Phase III
Worum geht es in dieser Studie?
Darmkrebs (Kolonkarzinom) ist eine der häufigsten Krebserkrankungen weltweit. Bei lokal fortgeschrittenem Kolonkarzinom ist die Prognose ohne adäquate Therapie oft ungünstig. Die Standardbehandlung besteht aus einer Operation, gefolgt von einer Chemotherapie (adjuvant). Ziel der PROTECTOR/FIRE-10-Studie ist es, zu untersuchen, ob eine neoadjuvante Chemotherapie (vor Operation) das krankheitsfreie Überleben der Patient*innen im Vergleich zum Standardverfahren, bei dem die Therapie adjuvant (nach Operation) erfolgt, verbessern kann. Teilnehmen können erwachsene Patient*innen mit einem fortgeschrittenen Darmkrebs (Adenokarzinom im Kolon oder oberen Rektum) mit positivem Lymphknotenbefund. Es dürfen keine Tumorabsiedlungen in anderen Körperregionen (Fernmetastasen) vorliegen und es muss eine chirurgische Behandlung mit dem Ziel der Heilung angestrebt werden.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Darmkrebs
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: Stadium T3-4, positiver Lymphknotenbefund (N+), Mikrosatelliten-Stabilität (MSS), keine Fernmetastasen.
Zuteilung
Randomisierung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Darmkrebs
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie
Wichtige Einschlusskriterien: Stadium T3-4, positiver Lymphknotenbefund (N+), Mikrosatelliten-Stabilität (MSS), keine Fernmetastasen.
Randomisierung
Ausführliche Beschreibung
Darmkrebs (Kolonkarzinom) ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit. Er entsteht in der Regel aus gutartigen Wucherungen, sogenannten Polypen, die sich vor allem im Dickdarm (Colon) oder im Enddarm (Rektum) bilden. Wenn diese Polypen sich über Jahre hinweg verändern, können sie zu Krebs werden. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, aber es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko erhöhen können, wie das Alter, familiäre Vorbelastung, eine ungesunde Ernährung, chronische Darmerkrankungen, Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. In den frühen Stadien verursacht Darmkrebs oft keine Symptome. Im fortgeschrittenen Stadium können jedoch Bauchschmerzen, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten wie häufiger Durchfall oder Verstopfung, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust und Müdigkeit auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium hat sich Darmkrebs bereits in alle Schichten der Darmschleimhaut ausgedehnt. Darüber hinaus können Lymphknoten befallen sein und Tumorabsiedlungen (Metastasen) in anderen Organen, meist Leber oder Lunge, vorliegen. In einem solchen Fall ist es oft nicht mehr möglich, durch eine Operation alle Tumorzellen aus dem Körper zu entfernen. Deshalb werden zusätzlich Radiochemotherapie/Chemotherapie und zielgerichtete Therapien eingesetzt. Zudem bieten neoadjuvante Therapien vielversprechende Möglichkeiten zur Tumorreduktion und Verbesserung der chirurgischen Ergebnisse. Neoadjuvante Therapien sind Behandlungen, die vor der Operation eingesetzt werden. Ihr Ziel ist es, den Tumor zu verkleinern oder zu stabilisieren, um die chirurgische Entfernung zu erleichtern oder die Erfolgsaussichten zu verbessern.
Das Ziel der PROTECTOR/FIRE-10-Studie ist es, die Wirksamkeit einer solchen neoadjuvanten Chemotherapie mit anschließender Operation mit dem Standardverfahren zu vergleichen, bei dem nach der Operation eine zusätzliche Behandlung entsprechend dem Krebsstadium erfolgt. Das Hauptziel besteht darin, zu untersuchen, ob die präoperative Chemotherapie die Zeit verlängern kann, in der Patient*innen frei von der Krankheit bleiben, was als krankheitsfreies Überleben bezeichnet wird. Dafür werden die Patient*innen per Zufall (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt. Die Behandlungsgruppe erhält vor der Operation eine neoadjuvante Chemotherapie über 12 Wochen. In der Kontrollgruppe erfolgt nach heutigem Standard die Operation. Im Anschluss daran erfolgt eine nicht studienspezifische, stadiengerechte adjuvante Therapie. Die Studie dauert etwa 2 Jahre. Während dieser Zeit erhalten die Patient*innen die Behandlung und werden überwacht.
Teilnehmen können erwachsene Patient*innen ab 18 Jahren mit Darmkrebs (Adenokarzinom des Dickdarms (Colon) oder Enddarms (Rektum)), der sich in einem fortgeschrittenen Stadium (Stadium T3-4) befindet, und/oder positivem Lymphknotenbefund, der durch CT- oder MRT-Bildgebungen festgestellt wurde. Jedoch darf keine Ausbreitung des Krebses auf entfernte Körperregionen (Metastasen) vorliegen. Der Tumor muss bestimmte genetische Merkmale wie Mismatch-Repair-Fähigkeit oder Mikrosatelliten-Stabilität aufweisen und es muss eine Operation mit kurativer Zielsetzung möglich sein.
Fakten zur Studie:
- Welche Erkrankung: fortgeschrittener Darmkrebs (Adenokarzinom des Colons oder oberen Rektums)
- Krebs-Merkmale: Stadium T3-4, positiver Lymphknotenbefund (N+), Mikrosatelliten-Stabilität (MSS), keine Fernmetastasen
- Was untersucht die Studie: neoadjuvante Chemotherapie vor der Operation vs. Standardtherapie nach Operation
- Ziel der Studie: Verlängerung des krankheitsfreien Überlebens durch neoadjuvante Chemotherapie
- Wie lange dauert die Studie: bis zu ca. 2 Jahre
- Studienmerkmale: Phase-3-Studie, randomisiert, zwei Studienarme
Studienzentren
115 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.
Klinikum St. Marien Amberg
Mariahilfbergweg 7, 92224 Amberg
RekrutierendUniversitätsklinikum Augsburg
Stenglinstrasse 2, 86156 Augsburg
RekrutierendHELIOS Klinikum Bad Saarow
Pieskower Strasse 33, 15526 Bad Saarow
Status unbekanntCharité – Universitätsmedizin Berlin
Berlin
RekrutierendEvangelisches Waldkrankenhaus Spandau
13589 Berlin
Status unbekanntKlinikum im Friedrichshain
Landsberger Allee 49, 10249 Berlin
Status unbekannt
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


