RadOnk 130718Rekrutierend

Beobachtungsstudie zur Protonenstrahlung bei Brustkorb-Lymphomen: Schonende Bestrahlung für junge Patientinnen und Patienten?

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
ab 18 Jahren
Studienart
Beobachtend
Therapielinie
Erstlinie
Phase

Worum geht es in dieser Studie?

Mediastinale Lymphome sind eine Art des Lymphdrüsenkrebs, der im Brustkorb zwischen den Lungen auftritt. Häufig kommt zur Behandlung eine Strahlentherapie zum Einsatz. Dabei werden Photonen und Protonen verwendet, die unterschiedliche Strahlungseigenschaften besitzen. Ziel der RadOnk 130718-Studie ist es, die Wirksamkeit und Nebenwirkungen einer Photonenbestrahlung und einer Protonenbestrahlung beobachtend zu vergleichen. Die Studie testet keine neue Therapie und die Art der Bestrahlung wird nicht im Rahmen er Studie festgelegt. Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit einer bestätigten Diagnose eines mediastinalen Lymphoms, die im Rahmen der Behandlung eine Protonentherapie erhalten sollen.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: mediastinales Lymphom

Alter: ab 18 Jahren

Therapielinie: Erstlinie / bisher keine Therapie

Wichtige Einschlusskriterien: histologisch bestätigt; Indikation für eine mediastinalen Strahlentherapie als Erstlinientherapie im Rahmen der Standardtherapie oder als Studienbehandlung

Zuteilung

Einarmigen Studie

Behandlung

Protonentherapie

Nachbeobachtung

100 Monate

Ausführliche Beschreibung

Lymphome sind bösartige Erkrankungen einer Unterart weißer Blutzellen und gehören zum Körperabwehrsystem. Diese Erkrankungen können in verschiedenen Formen auftreten, grundsätzlich handelt es sich um Erkrankungen, die den ganzen Körper betreffen (systemisch). Dennoch kann ein Lymphom auch in bestimmten Körperregionen auftreten wie z. B. im Mediastinum, dem Raum zwischen den Lungen, in dem sich unter anderem Herz, große Blutgefäße, Luftröhre und Speiseröhre befinden. Strahlentherapie ist eine gängige Methode zur Behandlung von mediastinalen Lymphomen, bei der gezielte Strahlen eingesetzt werden, um Tumorzellen zu zerstören. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Formen: der klassischen Photonentherapie und der modernen Protonentherapie. Bei der Photonentherapie werden Röntgenstrahlen verwendet, die zwar den Tumor treffen, aber auch gesundes Gewebe vor und hinter dem Tumor mitbestrahlen. Die Protonentherapie dagegen arbeitet mit geladenen Teilchen (Protonen), die ihre Strahlenwirkung punktgenau im Tumor entfalten und danach keine Energie mehr abgeben – das schont umliegende Organe wie Herz oder Lunge. Diese präzisere Methode wird vor allem bei jungen Patient*innen oder bei Tumoren in empfindlichen Körperregionen eingesetzt. Während die Photonentherapie weit verbreitet und kostengünstiger ist, kann die Protonentherapie Nebenwirkungen deutlich reduzieren, ist aber technisch aufwendiger und nur an spezialisierten Zentren verfügbar.

Die RadOnk 130618-Studie ist eine Beobachtungsstudie, das heißt, es werden Daten gesammelt und verglichen, die Therapie selbst aber wird durch die Studie nicht beeinflusst. Die Studie untersucht den Einsatz der Protonentherapie bei Patient*innen mit Lymphomen im Brustraum (Mediastinum). Ziel ist es, die Häufigkeit, Durchführbarkeit und Nebenwirkungen dieser modernen Bestrahlungsmethode systematisch zu erfassen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Schonung benachbarter Organe wie Herz, Lunge und Brustdrüse, da herkömmliche Strahlentherapien in diesen Bereichen oft zu Spätfolgen führen können. Die Protonentherapie ermöglicht eine gezieltere Bestrahlung des Tumorgewebes, wodurch gesundes Gewebe besser geschont werden kann. Die Studie ist prospektiv angelegt, das heißt, die Patient*innen werden über einen längeren Zeitraum beobachtet, um die langfristigen Auswirkungen der Behandlung zu bewerten. Die gewonnenen Daten sollen dazu beitragen, zukünftige Therapieempfehlungen zu optimieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Patient*innen werden über einen Zeitraum von bis zu 100 Monaten regelmäßig befragt und medizinisch beobachtet, um langfristige Erfahrungen mit der Therapie zu sammeln. Die Studie ist rein beobachtend, es erfolgt keine Behandlung im Rahmen der Studie.

Teilnehmen können Frauen und Männer 18 Jahren mit einem bestätigten mediastinalen Lymphom, die eine Protonentherapie als Erstlinienbehandlung erhalten sollen.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: mediastinales Lymphom
  2. Krebs-Merkmale: histologisch bestätigt, Indikation für eine mediastinale Strahlentherapie
  3. Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Protonentherapie im Vergleich zur häufiger eingesetzten Photonentherapie
  4. Ziel der Studie: Dokumentation der Protonentherapie bei mediastinalen Lymphomen
  5. Wie lange dauert die Studie: Follow-up bis zu 100 Monate
  6. Studienmerkmale: reine Beobachtung, keine Testung einer neuen Therapie oder eines Medikaments, prospektiv, nicht randomisiert

Studienzentren

1 Studienzentrum in Deutschland ist verzeichnet.

  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg

    Im Neuenheimer Feld 460, 69120 Heidelberg

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT04613388) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.