Kombinationsbehandlung mit Disitamab Vedotin und Tucatinib bei HER2-exprimierendem Brustkrebs und Magenkrebs
- Geschlecht
- Frauen und Männer
- Alter
- ab 18 Jahren
- Studienart
- Interventionell
- Therapielinie
- Rezidiv / refraktär
- Phase
- Phase II
Worum geht es in dieser Studie?
Brustkrebs und Magenkrebs gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit, wobei bei einem Teil der Tumoren der HER2-Rezeptor vermehrt oder in geringer Menge auf den Krebszellen nachweisbar ist und das Tumorwachstum beschleunigen kann. Ziel der SGNDV-004-Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination aus dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Disitamab Vedotin und dem HER2-Hemmer Tucatinib bei Patient*innen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem (in andere Körperregionen gestreutem) Brustkrebs oder Magenkrebs zu untersuchen. Patient*innen ab 18 Jahren mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs oder Magenkrebs, deren Tumoren HER2 aufweisen und die auf vorherige Standardtherapien nicht ausreichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, können an dieser Studie teilnehmen.
Studienablauf
Voraussetzungen
Diagnose: Brustkrebs, Magenkrebs, gastroösophageales Adenokarzinom
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: lokal fortgeschritten, inoperabel, oder metastasiert; HER2-positiv oder HER2-niedrig; nach Standardtherapie fortgeschritten
Zuteilung
Sequenzielle Zuweisung
Behandlung
Nachbeobachtung
Diagnose: Brustkrebs, Magenkrebs, gastroösophageales Adenokarzinom
Alter: ab 18 Jahren
Therapielinie: Rezidiv / primär refraktär
Wichtige Einschlusskriterien: lokal fortgeschritten, inoperabel, oder metastasiert; HER2-positiv oder HER2-niedrig; nach Standardtherapie fortgeschritten
Sequenzielle Zuweisung
Ausführliche Beschreibung
Brustkrebs (Mammakarzinom) entsteht durch unkontrolliertes Wachstum von Zellen im Brustdrüsengewebe, während Magenkrebs (Magenkarzinom) und Krebs am Übergang von der Speiseröhre zum Magen (gastroösophageales Adenokarzinom) bösartige Erkrankungen des Verdauungstrakts darstellen. Bei einem Teil dieser Tumoren ist der HER2-Rezeptor auf der Oberfläche der Krebszellen nachweisbar, entweder in hoher Menge (HER2-positiv) oder in geringerer Menge (HER2-niedrig). HER2 regt die Krebszellen zu vermehrtem Wachstum und schnellerer Ausbreitung an. Im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium ist eine Heilung meist nicht mehr möglich, sodass das Ziel der Behandlung darin besteht, das Fortschreiten der Erkrankung möglichst lange zu kontrollieren. Disitamab Vedotin ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das aus einem Antikörper gegen HER2 und einem daran gekoppelten Zellgift besteht. Der Antikörper erkennt gezielt HER2 auf der Oberfläche der Krebszellen, bindet daran und schleust das Zellgift direkt in die Tumorzelle ein, wo es die Zellteilung hemmt und den Zelltod auslöst. Das Medikament wird als Infusion über die Vene (intravenös) verabreicht und ist in Europa bisher noch nicht zugelassen. Tucatinib ist ein Wirkstoff, der als Tablette eingenommen wird und die Signalweiterleitung über HER2 innerhalb der Krebszelle blockiert, wodurch das Tumorwachstum zusätzlich gehemmt werden soll. In Europa ist Tucatinib bisher in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur Behandlung von vorbehandeltem HER2-positivem fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen, nicht jedoch für HER2-niedrigen Brustkrebs oder Magenkrebs.
Ziel der vorliegenden Phase-1b/2-Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination aus dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Disitamab Vedotin und dem HER2-Hemmer Tucatinib zu untersuchen. Es wird untersucht, ob die Kombination beider Wirkstoffe eine neue Behandlungsoption für diese Erkrankungen sein könnte, für die es bisher nur wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die Studie ist offen (nicht verblindet) angelegt, das heißt, sowohl die Patient*innen als auch die Studienärzt*innen wissen, welche Behandlung verabreicht wird. In der Studie werden zunächst die optimale Dosierung und Verträglichkeit der Kombinationstherapie ermittelt. Dabei werden die Patient*innen in der Phase der Dosisoptimierung nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) einer von zwei Dosisstufen zugeteilt. Anschließend werden die Patient*innen in der Erweiterungsphase anhand ihrer Erkrankung und ihres HER2-Status in vier Kohorten aufgeteilt: Patient*innen mit HER2-niedrigem Brustkrebs, HER2-positivem Brustkrebs, HER2-niedrigem Magenkrebs und HER2-positivem Magenkrebs. Alle Patient*innen erhalten Disitamab Vedotin als Infusion über die Vene in Kombination mit Tucatinib als Tablette. Das Hauptziel der Studie ist es, die Wirksamkeit der Behandlung sowie die Sicherheit und Verträglichkeit der Kombination zu bewerten. Die Studie läuft insgesamt voraussichtlich etwa 5 Jahre (2024 bis 2029).
An der Studie können Patient*innen ab 18 Jahren teilnehmen, die an lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs oder Magenkrebs erkrankt sind und deren Tumoren HER2 in unterschiedlichem Ausmaß aufweisen. Die Patient*innen müssen bereits Standardtherapien erhalten haben und darunter einen Krankheitsfortschritt erfahren oder diese nicht vertragen haben. Darüber hinaus müssen die Patient*innen in einem ausreichenden Allgemeinzustand sein.
Fakten
- Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom), Magenkrebs (Magenkarzinom), Krebs am Übergang von Speiseröhre zu Magen (gastroösophageales Adenokarzinom)
- Krebsmerkmale: lokal fortgeschritten nicht operabel oder metastasiert, HER2-positiv oder HER2-niedrig, nach Standardtherapie fortgeschritten
- Was untersucht die Studie: Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination aus Disitamab Vedotin (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, als Infusion über die Vene) und Tucatinib (HER2-Hemmer, als Tablette)
- Ziel der Studie: Untersuchen, ob die Kombinationstherapie bei Patient*innen mit HER2-exprimierendem Brustkrebs oder Magenkrebs wirksam und sicher ist
- Studiendauer: individuelle Behandlungs- und Nachbeobachtungsdauer im Studienregister nicht angegeben (Gesamtlaufzeit der Studie voraussichtlich ca. 5 Jahre)
- Studienmerkmale: Phase-1b/2-Studie, offen (nicht verblindet), Dosissteigerung, Dosisoptimierung mit Zuteilung nach dem Zufallsprinzip (randomisiert), anschließend Erweiterungsphase mit vier Kohorten (Einteilung nach Erkrankung und HER2-Status)
Studienzentren
5 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet.
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Hamato Onkologische Phase-I Unit Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin
Status unbekanntUniversitätsklinikum Essen
Hufelandstrasse 55, 45147 Essen
Status unbekanntHeidelberg University Hospital and German Cancer Research Center
69120 Heidelberg
Status unbekanntNationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg
69120 Heidelberg
RekrutierendKlinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Ismaninger Strasse 22, 81675 München
Aktiv, nicht rekrutierend
Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.
- Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
- PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin
Diese Beschreibung basiert auf dem öffentlichen Studienregister (NCT06157892) und wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.


