UMBRELLARekrutierend

UMBRELLA-Studie zur Verbesserung der einheitlichen Diagnostik und Therapie von Nierentumoren bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Geschlecht
Frauen und Männer
Alter
Alle Altersgruppen
Studienart
Beobachtend
Therapielinie
alle
Phase

Worum geht es in dieser Studie?

Nierentumoren gehören zu den häufigsten Tumorerkrankungen im Kindes- und jungen Erwachsenenalter, am häufigsten tritt dabei das sogenannte Nephroblastom (Wilms-Tumor) auf. Die Behandlung erfolgt je nach Risikogruppe unterschiedlich intensiv. Um die Therapien künftig noch individualisierter und angepasster an die Risikogruppe zu gestalten, braucht es jedoch genauere Informationen über die biologischen Eigenschaften der Tumoren. Ziel der UMBRELLA-Studie ist es, die Diagnostik dieser Tumorerkrankung zu vereinheitlichen und durch die Analyse von Tumorgewebe und anderen Proben bessere Vorhersagen für das Rückfallrisiko und die passende Therapieintensität zu ermöglichen. Teilnehmen können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einem Nierentumor, insbesondere dem Nephroblastom (Wilms-Tumor), wenn die Diagnose in einer teilnehmenden Klinik gestellt wurde und eine Einverständniserklärung vorliegt.

Studienablauf

Voraussetzungen

Diagnose: Kindliche Nierentumoren, ausgenommen im Nierenbecken

Alter: 0–99 Jahre

Therapielinie: Unabhängig von Therapielinie

Wichtige Einschlusskriterien: Alle Kinder und Jugendliche mit einem Nierentumor und alle Erwachsenen mit einem Nephroblastom

Zuteilung

Einarmige Studie

Behandlung

BeobachtungUntersuchung neuer biologischer Merkmale, um Krankheiten besser zu erkennen, den Verlauf einzuschätzen und gezieltere Behandlungen zu ermöglichen

Nachbeobachtung

Ausführliche Beschreibung

Nierentumore bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind selten und bleiben oft lange unbemerkt, da die Patient*innen häufig selbst bei Diagnose beschwerdefrei sind. Das Nephroblastom, auch Wilms-Tumor genannt, ist mit Abstand der häufigste kindliche Nierenkrebs, während andere Tumorarten deutlich seltener vorkommen. Dieser Tumor tritt fast ausschließlich im Kindesalter auf und hat heutzutage eine sehr gute Heilungsrate. Aktuell wird die Behandlung meist abhängig von Faktoren wie Tumorgröße, Stadium, Alter des Kindes und feingeweblichem Befund geplant. Die Einteilung in Risikogruppen hilft dabei, die Therapie an den Schweregrad der Erkrankung anzupassen. Doch gerade in sogenannten Niedrigrisikogruppen, also bei scheinbar harmloseren Verläufen, kann es dennoch zu Rückfällen kommen. Gleichzeitig kann eine zu starke Therapie in Hochrisikogruppen zu ausgedehnten Nebenwirkungen führen. Um die Behandlung künftig besser auf den/die Patient*in abstimmen zu können, braucht es genauere Informationen über die biologischen Eigenschaften der Tumore. Die UMBRELLA-Studie sammelt diese Daten und hilft so dabei, die bestehenden Behandlungsleitlinien in Zukunft weiterzuentwickeln und gezielter anzuwenden.

Das Ziel der UMBRELLA-Studie ist es, die Diagnostik kindlicher Nierentumore, also die Untersuchungen zur genauen Bestimmung der Erkrankung, in allen teilnehmenden Ländern zu vereinheitlichen. Das betrifft sowohl bildgebende Verfahren (wie Ultraschall, MRT oder CT) als auch die Entnahme und Auswertung von Tumorgewebe und anderen Proben. Durch die sorgfältige Analyse dieser Proben sollen neue biologische Merkmale auf Zellebene des Tumors, sogenannte molekulare Marker, gefunden werden, die zukünftig helfen können, das Rückfallrisiko einzelner Patient*innen besser einzuschätzen. Die UMBRELLA-Studie ist keine Therapiestudie, sondern eine sogenannte Beobachtungsstudie (nicht-interventionell), das bedeutet, dass die Teilnahme keinen Einfluss auf die Therapie selbst hat, da die Behandlung nach dem bereits bestehenden Behandlungsprotokoll erfolgt. Es erfolgt lediglich die Erfassung, Sammlung und Auswertung von Daten, damit künftige Therapien individuell angepasst werden können und entsprechend der Risikogruppe behandelt wird und Nebenwirkungen reduziert werden können. Die UMBRELLA-Studie schafft damit die Grundlage für bessere, gezieltere und schonendere Behandlungen in der Zukunft.

Teilnehmen können alle Kinder und Jugendlichen mit einem Nierentumor, sowie Erwachsene mit einem Nephroblastom, sofern die Diagnose in einer teilnehmenden Klinik gestellt wurde. Diese sind verpflichtet, sich an das Protokoll der UMBRELLA SIOP-RTSG 2016 Studie zu halten. Es gibt kein festgelegtes Mindest- oder Höchstalter, das einzige Ausschlusskriterium ist eine fehlende Einverständniserklärung.

Fakten

  1. Welche Erkrankung: Nierentumoren im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter (v. a. Nephroblastom).
  2. Krebs-Merkmale: Unbehandelt oder frisch diagnostiziert, alle Risikogruppen eingeschlossen.
  3. Was untersucht die Studie: Einheitliche Diagnostik und Biomarker für Risikoeinschätzung.
  4. Ziel der Studie: Bessere Vorhersage von Rückfällen durch neue molekulare Marker; Standardisierung der Diagnostik.
  5. Wie lange dauert die Studie: Laufzeit insgesamt bis Ende 2025, Diagnostik innerhalb weniger Wochen nach Diagnose.
  6. Studienmerkmale: Internationale, nicht-interventionelle Beobachtungsstudie mit standardisierter Probenanalyse in Referenzzentren.

Studienzentren

18 Studienzentren in Deutschland sind verzeichnet. Finden Sie ein Zentrum in Ihrer Nähe.

  • Universitätsklinikum Augsburg

    Stenglinstraße 2, 86156 Augsburg

    Rekrutierend
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

    Grosse Hamburger Strasse 5-11, 10115 Berlin

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Fetscherstraße 74, 01307 Dresden

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Erlangen

    Maximiliansplatz 2, 91054 Erlangen

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Frankfurt

    Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main

    Rekrutierend
  • Universitätsklinikum Freiburg

    Hugstetter Straße 49, 79106 Freiburg

    Rekrutierend

Diese Liste ist nach bestem Wissen zusammengestellt, aber ohne Gewähr: Sie kann unvollständig sein, und der Rekrutierungsstatus eines Zentrums kann sich jederzeit ändern.

Medizinische Redaktion

  • Dr. med. Sebastian SommerFacharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
  • PD Dr. med. Matthias FröhlichFacharzt für Innere Medizin, Immunologie, Notfallmedizin

Diese Beschreibung wurde von unserer medizinischen Redaktion in verständliche Sprache übertragen. Ob eine Teilnahme für Sie infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.